Mittwoch, 15. Juli 2009

Ein ganz besonderer Geburtstag

Wann immer es mir möglich war, versuchte ich meinen Geburtstag bei meinem spirituellen Meister Sri Chinmoy in New York zu verbringen. Etwa gegen neun Uhr morgens, am 21. November 2004, ging ich bei Sonnenschein zum sogenannten "Aspiration-Ground", einer parkähnlichen Anlage, in der jedes Jahr Meditationsschüler von Sri Chinmoy aus aller Welt zusammenkommen. Als ich dort eintraf, kam gleich einer der Wächter auf mich zu und fragte, ob ich nicht die Tonanlage auf dem bedienen könne, da von den anderen Tontechnikern keiner anwesend sei. Ich antwortete: "Welch eine Frage, natürlich, gibt es etwas Schöneres, als meinem Meister an diesem Ort dienen zu können?" Ich schwebte im siebten Himmel, kam recht schnell in einen wunderbaren meditativen Zustand und war sehr glücklich. Rund eine Stunde später traf dann auch Sri Chinmoy ein. Er setzte sich in seinen Stuhl und meditierte kurz auf alle Anwesenden. Danach las er etwas, telefonierte und gratulierte einigen langjährigen Schülern zu ihrem Geburtstag. Anschließend bat Sri Chinmoy darum, dass Prasad (gesegnete Nahrung) gebracht werden sollte. Mein Meister las die so genannte Prasadliste vor, auf der vermerkt war, was, von wem und weshalb als gesegnete Nahrung gespendet worden war. Plötzlich sagte er: "Werner, Geburtstag", um dann kurz inne zu halten. Danach fragte er mich: "Wie lange bist du schon auf diesem spirituellen Weg?" Ich befand mich etwa 30 Meter entfernt und schrie deshalb zurück: "15 Jahre, Guru." Aber Sri Chinmoy wiederholte seine Frage noch einmal: "Wie lange?" Und ich antwortete noch einmal: "15 Jahre, Guru." Daraufhin bat mich mein Meister noch vorne zu sich. Ich sprang unverzüglich auf und ging auf ihn zu. Mir kam in diesem Moment in den Sinn, dass Sri Chinmoy einmal gesagt hatte, dass, wollten wir wirklich etwas aus tiefster Seele heraus tun, wir drei tiefe Atemzüge machen sollten und uns dabei jene Qualität vorstellen, die wir einatmen möchten. So versuchte ich also mein "bestes Bewusstsein" einzuatmen.

Vorne angekommen lächelte mich Sri Chinmoy an und meditierte auf mich. Ich fühlte mich, als würde ich davon fliegen und in einer mit Glückseligkeit gefüllten Wanne landen. Anschließend fragte er mich, ob ich auch an der alljährlichen Weihnachtsreise teilnehmen würde, die er zusammen mit vielen Schülern, jedes Jahr in die fernsten Länder führte. Ich antwortete mit ja, woraufhin er eine kurze Pause machte. Dann sagte er etwas, was mich zutiefst bewegte: "Dort werde ich dir einen spirituellen Namen geben."

Mir standen die Tränen in den Augen. Mein Meister fragte mich noch: "Kennst Du Sumadhur?" (ein langjähriger, enger Schüler). "Ja, Guru", anwortete ich. "Wenn du auf unserer Weihnachtsreise bist, sage ihm, er solle mich daran erinnern, dir einen spirituellen Namen zu geben", sagte mir Sri Chinmoy abschließend, bevor er mir zu verstehen gab, dass ich auf meinen Platz zurück gehen soll. Ich drehte mich um und ging zurück zur Tonanlage. Mitten auf dem Rückweg hörte ich ihn über Lautsprecher sagen, "Vergiss nicht, dies Sumadhur zu sagen". Alle Anwesenden brachen in lautes Gelächter aus. Welch ein Geburtstag! Am 6. Januar 2005 erhielt ich dann meinen spirituellen Namen "Mohan", der übersetzt ungefähr bedeutet: Dienen und Strebsamkeit.

Samstag, 11. Juli 2009

Gott hört alle Gedanken, aber nur selten reagiert Er äußerlich

Als Kind liebte ich die Schwarz-Weiß-Filme von Don Camillo und Peppone. Don Camillo, der italienische Pfarrer, pflegte in seiner Kirche mit Jesus am Kreuz zu sprechen oder diesen wie eine reale lebende Person zu behandeln; so versteckte er zum Beispiel einen Stock, mit dem er jemanden verprügeln wollte, hinter seinem Rücken, als er durch seine Kirche eilte. Aber Gott ertappte ihn natürlich und sprach ihn als Jesus immer wieder mit seiner warmen, tiefen Stimme an…

Auch auf unserem Weg hatten wir manchmal ähnliche Erfahrungen. Sicher reagiert das Göttliche immer auf all unser Verhalten, üblicher Weise jedoch in mystischer und uns unerkenntlicher Weise. Manchmal aber sogar äußerlich...

Ein spiritueller Weggefährte von mir, der gleichzeitig mit mir Schüler von Sri Chinmoy geworden war, saß einmal zusammen mit vielen anderen Schülern am Tennis Court, einem Areal in New York, auf dem sich hunderte Schüler mit dem Meister trafen. Er durchlief gerade eine spirituelle Krise und hing so sehr seinen eigenen Gedanken nach, dass er gar nicht den Worten seines Meisters folgte, der schon einige Zeit lang mit gesenkter Stimme sprach. Irgendwann kam ihm schließlich der Gedanke in den Sinn, er könne den spirituellen Weg ohnehin jederzeit verlassen… In diesem Moment hörte er Sri Chinmoy aus dem Lautsprecher schreien: „Aber gebt nicht auf! Gebt nur nie auf! ...“ Mein Freund empfing die Botschaft und ist jetzt, 17 Jahre später, immer noch auf dem Weg.

Ein anderer guter Freund war in New York auf Besuch und saß gerade beim Frühstück, als er unerwartet zu Sri Chinmoy ins Haus gerufen wurde. Er hatte sehr salzig und scharf gefrühstückt, war aber noch nicht zum Trinken gekommen. So wurde er im Haus seines Meisters bald recht von Durst geplagt. Als wiederholt der Wunsch nach einem Getränk seine Gedanken durchkreuzte, winkte Sri Chinmoy eine dort anwesende Schülerin herbei und flüsterte ihr etwas zu. Kurz später brachte sie ein Tablett mit verschiedenen Getränken zu meinem Freund. Wenig später entwickelte sich zwischen Sri Chinmoy und dem Schüler ein Gespräch. Dabei tauchte für den Bruchteil einer Sekunde eine Frage im Kopf des Schülers auf, die rein weltliche Belange betraf. Er verwarf sofort den Gedanken, mit derlei unwichtigen Dingen wollte er den Meister nicht befassen. Aber im nächsten Augenblick sprach ihn der Meister schon auf exakt diese Angelegenheit an und gab ihm genaue Anweisungen.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich noch ein neuer Schüler war und bei einem meiner ersten Besuche in New York bei den alljährlichen „Celebrations“ - Feierlichkeiten zu Sri Chinmoys Geburtstag - teilnahm, kam in mir wiederholt der Gedanke auf, dass hier zu viel Tennis gespielt wurde, dass man hier zu viel Zeit Beschäftigungen nicht streng spiritueller Art widmete, wie Zirkusveranstaltung, sportlichen Veranstaltungen, Parade usw. Nach meinen damaligen, naiven Vorstellungen kam die stille Meditation zu kurz – ich hatte einfach gewisse Klischees im Kopf und der Weg entsprach nicht diesen - ich war eben spirituell noch völlig unreif. Das beschäftigte mich so lange, bis eines Tages Sri Chinmoy sagte: „Ich möchte nun etwas zu denjenigen sagen, die behaupten, hier würde nicht genug still meditiert…“ Nach seinen Erläuterungen war mein Kopf wieder klar.

In den frühen Jahren greift man als Sucher noch ein wenig nach den Sternen und ich hatte das unstillbare Verlangen, den Zustand des Samadhis zu erfahren, so wie er in den Büchern Sri Chinmoys beschrieben wird. Unglücklicher Weise wollte sich dieser Zustand trotz all meiner Bemühungen nicht einstellen. Ich war schon recht frustriert und empfand es als unschön, dass in den Büchern so eindrucksvoll beschrieben wird, was für herrliche Erfahrungen auf jeden von uns warten, dabei die Früchte der Meditation jedoch so hoch zu hängen schienen, dass man sie nie erreichen konnte. Nicht lange nachdem diese Gedanken immer wieder durch meinen Kopf gingen, befreite mich Sri Chinmoy von meinen Kümmernissen. Er sprach plötzlich ins Mikrophon: „Einige von euch sehnen ungeduldig die Erfahrung von Samadhi herbei, aber…“ und dann gab er einen wunderschönen „Talk“ über die verschiedenen Samadhis, die Sri Chinmoy in der Folge auch selbst hintereinander demonstrierte und er erklärte uns dann, dass diese Erfahrungen eben erst zu Gottes auserwählter Stunde kommen können. Geduld ist auch eine wichtige Tugend…

Ein anderes Mal viele Jahre später ging Sri Chinmoy sogar auf einen ganz und gar kindischen Gedanken in meinem Kopf ein. Sri Chinmoy hatte dem Meditationszentrum in Wien einen Besuch abgestattet. Er ging gerade das Stiegenhaus hinunter, um wieder zum Auto zu gelangen und ich folgte ihm unmittelbar. Da passierte er eine Stelle, wo alle Bilder entfernt worden waren. Zuvor hatte ich dort ein Bild aufgehängt, auf dem Sri Chinmoy in einem Zustand der Glückseligkeit der göttlichen Wonne abgelichtet war. Ich war für die Errichtung des Zentrums in dieser alten Fabrik verantwortlich gewesen und hatte meine ganze Energie da hinein gesteckt. Dieses lächelnde Bild sollte, das war meine Absicht, den Schülern wie ein Kompass zeigen, wohin es ginge, wenn man hier zum Meditationssaal hinaufging. Es war mir sehr wichtig. Umso mehr empörte es mich, als man dann das Bild gegen meinen Willen entfernt hatte. Daher dachte ich in diesem Moment: „Guru schau, sie haben mir mein Lieblingsbild, das lächelnde Bild, einfach weggenommen…“ Kaum war dieser unwichtige Gedanke fertig gedacht, als Sri Chinmoy, die Verkörperung der Anteilnahme und des Mitleides, stehen blieb und exakt auf die Stelle auf der weißen, neu ausgemalten Wand zeigte, wo ehemals das Bild gehangen ist, und sagte: „Hier muss ein lächelndes Bild aufgehängt werden, ich möchte hier ein lächelndes Bild!“

-Dr. med. P. Arthada, Wien

Mittwoch, 8. Juli 2009

Zwei Segnungen: Müdigkeit und Licht

Ich möchte zwei Erfahrungen mit euch teilen, die ich, zusammen mit Sri Chinmoy, in der „Welt“ des Ultra-Laufs gemacht habe. 1994 trat ich fast ohne Erfahrung in die Arena der Mehrtagesläufe ein, spürte aber einen diesbezüglichen inneren Drang, obgleich ich am Anfang auch so meine Zweifel hatte. So begab es sich also, dass ich mich auf Wards Island, einer Insel zwischen Queens und Manhattan, wiederfand, wie ich meine Runden drehte und versuchte, mich mit der Distanz anzufreunden und dem Druck, 700 Meilen (1126 km) hinter mich bringen zu müssen. Ich verlangte mir wirklich so einiges ab, mit eiserner Selbstdisziplin, ohne irgendwelche Entschuldigungen.

Eines Nachts kam Sri Chinmoy außergewöhnlich spät zur Laufstrecke. Es gab da dieses kleine, liebliche, blaue Häuschen, das schön dekoriert war und jetzt hell erleuchtet, was darauf hinwies, dass Sri Chinmoy anwesend war. Ich kroch fast zu diesem Zeitpunkt, hatte jedoch mein Tagessoll noch nicht erfüllt, ohne das ich nicht zu Bett gehen würde. Daher machte ich mich auf den Weg zu Sri Chinmoy, um etwas zusätzliche Energie zu erhalten, was normalerweise auch geschah. Nachdem ich Prasad (gesegnete Nahrung) genommen hatte, lief ich wieder weiter. Nach einer halben Runde wurde ich jedoch so müde, dass ich regelrecht kämpfen musste, um zu meinem Zelt zu gelangen. Auf diese Weise schickte Sri Chinmoy mich zu Bett, nachdem er meine große Ermüdung bemerkt hatte.

Bei meinem nächsten Mehrtageslauf, dem ersten 10-Tageslauf, machte ich eine vollkommen gegensätzliche Erfahrung. Nachdem Sri Chinmoy die Laufstrecke umkreist hatte, bemerkte ich ein gelbes Licht um meinen ganzen Körper herum, und das Licht wurde heller und heller und größer und größer, wenn mein Bewusstsein sich beruhigte und fokussierte und es wurde kleiner, wenn ich unruhig wurde. Mit diesem Licht um mich herum konnte ich jede gewünschte Geschwindigkeit laufen, mit dem inneren Vertrauen, mich nicht zu verletzen. Es war wie eine unerschöpfliche Quelle von Energie, Licht und Freude.

Bei meinem ersten Lauf half mir Sri Chinmoy also in den Schlaf, und bei bei meinem zweiten Rennen trug er mich davon.

- Smarana Puntigam, Wien

Dienstag, 2. Juni 2009

Arthada & Friends auf Baltikum-Tour

Das österreichische Ensemble „Arthada & Friends“ brach am 20. Mai 2009 um Mitternacht zu einer Tournee auf, die sie durch 7 verschiedene Länder führen sollte. Bis zum 31. Mai 2009 traten die Musiker, die ausschließlich spirituelle Kompositionen von Sri Chinmoy aufführten, in sechs verschiedenen Ländern insgesamt 10 Mal auf und legten dabei knapp 5000 km in zwei Kleinbussen zurück. Insgesamt verbrachten sie etwa 80 Stunden in den Kleinbussen, etwa jeden 2. Tag mussten 2 Mitglieder der Gruppe auch in den beiden Bussen schlafen, da er sonst wohl Füße bekommen hätte. Die Tournee führte durch Gegenden, die nicht so sicher waren. Gelegentlich brachen die Musiker auch schon gegen Mitternacht zum nächsten Ziel auf, wenn die Fahrt lang oder die Grenze unsicher war.


Da dem Ensemble für Russland und Weißrussland kein Autoverleih in Österreich ein Auto zur Verfügung stellen wollte, kauften die Burschen nur für die Tournee kurzer Hand im ebay einen ausgesprochen günstigen Bus, der gerade noch bei ihrem dürftigen Budget aktzeptabel war; einen zweiten Bus hatten sie übrigens schon. Sicherheitshalber ließen sie allerdings den ersteigerten Bus noch am Tag vor der Abfahrt in einer Werkstätte überprüfen: Er wies eine ganze Reihe schwerer Mängel, die einer sofortigen Behebung bedurften sowie unzählige leichte Mängel auf; für eine Reparatur war leider weder Zeit noch Geld vorhanden, und dies, obwohl der Mechaniker prophezeite: „Mit dem "Kübel" kommen Sie nie mehr nach Russland!“. Aufgrund dieser Umstände war diese Fahrt auch von sehr aufrichtigen Gebeten der Ensemblemitglieder begleitet. Sie hatten einige Abenteuer mit ihren Gefährten, die Details würden den Rahmen dieser Zusammenfassung wohl sprengen, jedenfalls fuhren sie schließlich dennoch triumphierend wieder in Wien ein; die letzten 1000 km stand ihnen allerdings bei dem ersteigerten Bus nur mehr der 2. und der 3. Gang zur Verfügung (und die Geräuschkulisse war auch nicht ohne), ein Umstand, der den spirituellen Barden die demütigende Erfahrung zuteil werden lies, ständig von Lastwagen überholt zu werden. Dennoch versäumte das Ensemble kein einziges Konzert, auch wenn es gelegentlich sehr eng wurde. An der russischen Grenze zum Beispiel machte man den Musikern klar, dass man mit einer über 24 Stunden-Wartezeit rechnen müsse, aber mit dem richtigen Verhandlungsgeschick (ein Mitglied der Gruppe war der russischen Sprache mächtig und sicherte immer wieder das Überleben des Ensembles) und den richtigen Geschenken konnten sie schließlich allen anderen Autos vorfahren und hatten nur mehr die reine Wartezeit für die formalen Zollabwicklung zu erdulden, die allerdings immer noch über sechs "ewige" Stunden dauerte. Ewige Stunden deshalb, weil dadurch keine Zeit mehr für irgendwelche Konzertvorbereitungen verblieb. Das Ensemble hatte in monatelanger Vorbereitung dafür gesorgt, dass es in Besitz aller Visa und sonstiger Papiere und Versicherungen kam. Dennoch wurde es in Russland um 2:30 Uhr morgens von der Polizei aufgehalten. Nach Inspektion der Papiere und Unterlagen teilten die Gesetzeshüter den Musikern mit, man werde jetzt die Nummertafeln der beiden Busse abmontieren und die Busse in der Folge abschleppen lassen, es würden wichtige Papiere fehlen. Schließlich fanden wir die fehlenden Papiere in der Form von Rubeln im Wert von umgerechnet 300 Euro, die ohne Rechnung schnell in der Tasche der Polizisten verschwanden, und konnten dann sehr erleichtert weiter Richtung EU fahren.


Arthada & Friends trat in Polen (Warschau und Danzig), Weißrussland (Brest und Minsk), Litauen (Vilnius und in einem Observatorium am Land), Lettland (Riga), Russland (Kalinigrad) und Deutschland (Berlin und Heidelberg) auf. Insgesamt kamen etwas unter 3.000 Zuhörer zu den Meditationskonzerten. Das größte Konzert fand in Riga statt, wo über 700 Zuhörer dabei waren. Die Menschen waren ausgesprochen empfänglich und forderten meist wiederholt Zugaben. Es gab auch immer wieder „standing ovations“. Nach den Konzerten wurden die Musiker regelmäßig mit Zuhörern konfrontiert, die Autogramme wünschten, was die spirituellen Musiker etwas seltsam berührte. Häufig stürmten die Gäste nach den Konzerten auch die Bühne, um einfach mit den für die dortigen Breitengrade exotischen Musikern mit der ungewöhnlichen Musik zu sprechen. Es kam sogar vor, dass die Musiker einfach umarmt wurden. Das russische Herz ist groß! So verschieden die Menschen und deren Lebensumstände in den sechs Ländern waren, die das Ensemble in den knapp zwei Wochen aufsuchte, so herzlich und empfänglich wurden sie überall empfangen! Die erhebenden Melodien Sri Chinmoys konnten offensichtlich auch die spirituell unvorbereiteten Menschen sehr ergreifen. Aber nicht nur die Zuhörer, auch die Musiker selbst waren immer wieder zutiefst ergriffen und haben vielleicht mitunter mehr erhalten, als sie imstande waren zu geben. Die Dankbarkeit für ihren spirituellen Lehrer Sri Chinmoy, der ihnen den unglaublichen Schatz mystischer Lieder höchster Ordnung geschenkt hat und das Ensemble auch über viele Jahre für solche Tourneen vorbereitete, kann nie adäquat in Worten zum Ausdruck gebracht werden!



Die Musiker sind auch von enormem Dank den Gastgebern gegenüber erfüllt, die mit unglaublicher Selbstaufopferung und völlig auf ihre eigenen oft bescheidenen Mitteln angewiesen alle Säle ausnahmslos (!) bis zum Bersten gefüllt haben. Häufig saßen Besucher, die keinen Platz mehr ergattern konnten bis an die Bühne heran auf dem Boden oder standen die ganze Zeit während der Konzerte. Besonders interessant waren schließlich auch die Gespräche mit Schülern Sri Chinmoys in so vielen verschiedenen Ländern und die Meditationen mit den Gastgebern. So verschieden sie waren – eines hatten sie alle: ein weites Herz, und dieses große Herz lebt in den Mitgliedern des Ensembles weiter und erfüllen sie mit Freude und Dankbarkeit. - Arthada

Donnerstag, 14. Mai 2009

Bedingungslose Gnade

Am Beginn meines spirituellen Lebens erlebte ich häufig wilde Berg- und Talfahrten. Es war mir recht schnell bewusst geworden, dass ich mich von allerlei weltlichen Vergnügungen trennen müsste, wenn ich den spirituellen Weg aufrichtig gehen wollte. Aber diese Trennung fiel mir dann schmerzhafter als anfangs erwartet. Sri Chinmoy sagt, das Kamel liebt den Geschmack des Kaktus und obwohl es bei dessen Verzehr am Maul blutet, frisst es den Kaktus immer wieder … . In meinem Leben gab es zumindest zwei große Kakteen, die mich erfolgreich vom spirituellen Leben abzuhalten drohten und es bedurfte schon einer starken, sehr gewaltigen Inspiration, einer kleinen Atombombe, um mir da anhaltend auf die Sprünge zu helfen. Aus grenzenlosem Mitleid heraus setzte Sri Chinmoy tatsächlich eine solche Bombe bei mir ein:

Als ich Sri Chinmoy im Sommer 1989 in Paris traf, war ich gerade ein frisch gebackener Schüler, voller Zweifel und vor allem aufgrund meines Lebenswandels als Schüler noch keineswegs „salonfähig“. Damals wusste ich auch noch nicht, dass Sport bzw. das Laufen in unserem Yoga eine Rolle spielte. Daher musste ich an dem von Sri Chinmoys Schülern in einem Park organisierten 10-km-Lauf barfuss in einer langen Hose teilnehmen, denn ich hatte nur alte Sandalen bei mir. Nach dem Rennen machten wir es uns auf einer Wiese gemütlich und saßen um Sri Chinmoy herum, der dort auf einem Klappsessel Platz genommen hatte. Etwas später konnte man Fotografien kaufen, die Sri Chinmoy persönlich überreichte. Da wurde ich von dem unwiderstehlichen Wunsch befallen, ganz nahe an Sri Chinmoy herantreten zu können und so suchte ich mir zwei Bilder aus, auf denen der Meister abgebildet war. Eines, wo er als Verkörperung der Liebe abgelichtet schien und süß lächelte und ein zweites, auf dem er in tiefer

Trance mit nach oben verdrehten Augen fotografiert worden war. Schließlich trat ich vom Wettlauf noch völlig verschwitzt und in der Stille Mantren wiederholend vor Sri Chinmoy. Dieser nahm das erste Bild in die Hand und blickte darauf. Im nächsten Augenblick begann sich mein Zeit- und Raumgefühl völlig zu verändern. Es ist nicht möglich die Erfahrung, die nun folgte zu beschreiben. Aber ich hatte noch nie etwas annähernd so Schönes, Erfüllendes und Erstaunliches erfahren und das, obwohl ich zumindest auf dem Gebiet der künstlichen Bewusstseinserweiterung über ein großes Spektrum an Erfahrungen verfügte. Wahrscheinlich war dies der Grund, warum mir Sri Chinmoy einen würzigeren Eindruck von dem vermitteln musste, was das spirituelle Leben bieten kann – sonst hätte ich wohl nicht den Sprung in das spirituelle Boot geschafft. Allerdings war ich längerfristig ein wenig enttäuscht, dass solche Erfahrungen nicht zum spirituellen Alltag gehören, wie ich in meiner Naivität ursprünglich noch geglaubt hatte.

Offen gestanden, ich habe seither nie mehr etwas Vergleichbares erlebt. Es war irgendwie, wie wenn der Meister und ich zu einer Art feinen, weißen Nebel wurden – der Rest der Welt hörte auf zu existieren. Und diese Nebel vereinigten sich, alles verschmolz, aber mit Nebel kann man das natürlich nicht beschreiben. Wie auch immer, diesen Frieden, diese Liebe, diese Aufgehobenheit hatte ich noch nie zuvor erfahren, ja ich hatte gar keine Ahnung, dass etwas in dieser Art und Intensität überhaupt existieren kann. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich für immer in diesem Zustand verblieben. Wie lange dieser Zustand währte, hatte ich keine Ahnung, weil in dieser Erfahrung die Zeit, wenn sie funktionierte, jedenfalls anders lief. Aber dann wurde ich mir und meiner Umgebung plötzlich wieder für einen Bruchteil einer Sekunde bewusst – es raschelte und intuitiv wusste ich, dass der Meister das zweite Bild in die Hand genommen hatte. Aber bevor ich mich wieder orientieren konnte und der Welt richtig gewahr wurde, veränderte sich auf einen Schlag wieder das Zeit- und Raumgefühl. Die äußere Welt löste sich wieder auf, eigentlich war es eher so, als würde ich zusammen mit Sri Chinmoy in unglaublicher Geschwindigkeit in den Himmel hinauf schießen und wir waren immer noch verschmolzen in dieser Art von weißen Substanz. Wie eine Rakete erhob sich unser Bewusstsein und die Menschenansammlung, die Welt hinter bzw. unter uns wurde in Sekundenschnelle kleiner, völlig unbedeutend und verschwand. Ich kann es leider nicht beschreiben, aber wir hatten jedenfalls keine Körper. Für mich war es eine gewaltige Erfahrung der Freiheit und die Welt unter mir existierte nicht mehr. Irgendwann hörte ich dann wieder ein Rascheln und wurde von einer Sekunde auf die andere auf die Erde, auf den Boden zurückgeholt. Das Rascheln entstand, als der Lehrer mir die beiden Fotos reichte und mich liebevoll anlächelte. Es war, als ob ich aus einem Traum, aus einer völlig anderen Welt erwachte. Als ich mich dann unmittelbar anschließend mit meinen beiden Bildern irgendwo ins Gras setzte, staunte ich, dass mich niemand verwundert angesehen hatte – aber was in mir vorgegangen war, das wussten natürlich ausschließlich der Sri Chinmoy und ich: Der Meister wusste es, weil natürlich er mir die spirituelle Rettungsspritze verabreicht hatte, ohne der das spirituelle Leben für mich wohl nicht genug Anreiz gehabt hätte. Waren die beiden Erfahrungen leise Vorahnungen, was der Meister auf den Bildern für ein Bewusstsein repräsentiert? Ich habe keine Ahnung.

Ich wollte dann von meinem Sitznachbarn wissen, wie lange ich etwa vor Sri Chinmoy gestanden sei und hätte mich nicht gewundert, wenn es geheißen hätte, eine Stunde. Als er mir verwundert mitteilte, das Ganze habe gerade ein paar Sekunden gedauert, war ich einmal mehr sprachlos.

Ich blieb für ungefähr drei Tage von so glühender Strebsamkeit und Sehnsucht erfüllt, dass ich so gut wie kein Wort sprach, zu nichtig schienen mir weltliche Worte nach dieser Begegnung mit meinem Meister... Leider konnte ich diesen Zustand nicht lange halten, er war einzigartig.

In meinem ganzen Leben - weder davor noch danach - überkam mich jemals auch nur annähernd ein solches Ausmaß an Dankbarkeit, wie in jenen Tagen in Paris. Ja selbst, als mir Sri Chinmoy in entscheidender Weise beistand, als ich viele Jahre später am Rande des Todes stand, konnte ich nicht mehr diese Tiefe der Dankbarkeit erreichen.

Bis zu dieser Erfahrung war ich im Grunde ein Atheist, auch wenn ich schon einige Jahre alleine meditiert hatte. Die Gnade Sri Chinmoys hat mich dann zwei für mein damaliges Leben entscheidende Dinge gelehrt: Erstens, dass man die unglaublichsten und erfüllendsten Erfahrungen auch oder genauer nur ohne Drogen erreichen kann und zweitens, dass gotttrunkene Yogis, die über übernatürlichen Kräfte verfügen, also Gottesmenschen, wie sie in den heiligen Schriften beschrieben werden, nicht nur vor 2000 Jahren oder in grauer Vergangenheit gelebt haben … .
-Dr. med. P. Arthada (Wien)

Sonntag, 10. Mai 2009

Lebensverlängerung

Vor 7 Jahren landete ich unerwarteter Weise mit sehr ernsten Herzproblemen im Spital und 10 Minuten vor der geplanten Notoperation wurde ich auf wundersame Weise geheilt. Sri Chinmoy (sihe Bild) war über mein Problem informiert worden und hatte mir ausrichten lassen, dass seine ganze Liebe mit mir sei. In den Minuten, in denen die Heilung passierte – ich war schon vom Anästhesisten untersucht und vorbereitet worden - hatte ich das gleiche Gefühl wie ich es gelegentlich erfuhr, wenn ich Sri Chinmoy in New York besuchte und er meditierte. Mein Verstand wurde sehr ruhig, ich tauchte ganz in den Moment ein und der Moment war erfüllt von der Liebe und Gegenwart meines Meisters. Seine Gegenwart im Krankenzimmer war während der Minuten um meine Heilung herum wirklich zum Greifen spürbar, alles war so verklärt. Als ich Sri Chinmoy, der sich während meiner gesundheitlichen Krise auf einem anderen Kontinent aufhielt, daraufhin das nächste Mal persönlich traf, teilte er mir mit, dass er in der inneren Welt eine Lähmungskraft gesehen hatte, die sich mir in großer Geschwindigkeit näherte. Sri Chinmoy war wohl informiert worden, dass ich mit einem akuten Herzleiden ins Krankenhaus eingeliefert worden war, aber dass ein Hirnschlag (mit der Möglichkeit von verschiedenen Lähmungen) die am meisten gefürchtete Komplikation dieses Leidens ist, hatte man ihm nicht mitgeteilt.

Vor einem Jahr wurde ich nun neuerdings mit ähnlicher Problematik im Spital aufgenommen, nur dass diesmal mein Herz nicht nur völlig arhythmisch schlug, sondern auch einem Geschwindigkeitsrausch zum Opfer fiel. Es stolperte für 30 Stunden in einer Geschwindigkeit dahin, als ob ich ständig sehr schnell laufen würde, dabei lag ich im Krankenhaus und war an Infusionen und medizinische Geräte gekettet. Wie bei der ersten Episode sprach keines der Medikamente an. Und wieder drohte mir ein Hirnschlag, das war das Beklemmende an der Geschichte. In diesem Zusammenhang musste ich ständig daran denken, dass Sri Chinmoy uns wiederholt wissen ließ, dass der Supreme durch ihn, gelegentlich eine Lebensausdehnung schenkte. Sri Chinmoy sprach nur von einer "life-extension", nicht von einer "Extinction" (Auslöschung) des schlechten Karmas, was mir viel sympathischer gewesen wäre. So dachte ich mir, habe ich durch die Gnade des Supreme immerhin 6 wertvolle Jahre gewonnen und jetzt sei eben endgültig die Zeit gekommen, das Karma zu ernten.

Zu meiner enormen Überraschung rief mich dann Sri Chinmoy persönlich im Spital an und es folgte eine ganze Reihe weiterer Telefonate mit ihm, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Vielleicht war diese drastische äußere Intervention nötig, um in mir die erforderliche innere Empfänglichkeit zu erwecken. Seine Worte waren so übervoll von Liebe und Anteilnahme, dass ich sprachlos, ja völlig übermannt von Liebe und Dankbarkeit war. Ich dachte mir dann in aller Aufrichtigkeit, selbst wenn es jetzt mit mir aus sein sollte, hat sich die Krankheit doch hundert Mal ausgezahlt. Könnte es ein schöneres Ende geben?! Obwohl mein Telefon sehr oft läutete, ging ich dann nur mehr dran, wenn ein Anruf aus New York kam, denn ich wollte in empfänglichem, reinen Bewusstsein bleiben und mich durch nichts ablenken lassen. Meine Eltern hatte ich gar nicht erst von meinem Problem informiert, denn ihre Sorgen hätten alles nur noch schlimmer gemacht. Aufgrund meines Berufes hatte man mir ein Einzelzimmer gegeben, das ich zu einem Meditationsraum umfunktionierte. Wegen der bedrohlichen Situation, in der ich mich befand, waren meine Gebete aufrichtiger als sonst und Sri Chinmoy deutete mehrmals an, dass er mit meiner Strebsamkeit (im Spital) zufrieden sei – es war aber, wie gesagt, in meiner Lage nicht schwer, aufrichtig innerlich zu schreien. Bei einem späteren Telefonat teilte ich Sri Chinmoy mit, dass die Ärzte nun dringend zu einer Intervention im Operationssaal rieten und die Zeit, in der ein solcher Eingriff ohne des Risikos eines Hirnschlages versucht werden könne, innerhalb weniger Stunden abliefe. Als ich Sri Chinmoy fragte, was ich machen solle, erinnerte er mich schelmisch daran, dass ich ja schließlich der Arzt sei. Und so wollte er wissen, was ich für das Beste hielte. Vom medizinischen Standpunkt war klar, dass nach dem Versagen aller medikamentöser Therapien der Operationssaal die letzte Wahl war. Aber ich antwortete, "Guru, ich habe keine eigene Meinung; ich bin immer nur deiner Meinung." Es schien, als wäre Sri Chinmoy mit der Antwort zufrieden. "Lass dich nicht in den Operationssaal bringen", sagte der Meister und dann hörte ich nur mehr das Tüten im Hörer, Sri Chinmoy hatte aufgelegt. Ich täuschte dann starkes Erbrechen und Migräne vor, um den behandelnden Ärzten einen Grund zu geben, auf den notwendigen Eingriff zu verzichten – denn eine Narkose kam unter diesen Umständen nicht in Frage.

Rund 2 Stunden später hatte ich wieder dieses intensive Gefühl, das ich oben schon beschrieben habe. Ich war plötzlich so überglücklich, die Welt war so perfekt, die Menschen alle so unglaublich lieb und ich so dankbar; ich sah innerlich Sri Chinmoy förmlich vor mir stehen, den Ausdruck seiner etwas entrückten, liebvollen Augen spürte ich sehr lebendig – so intensiv fühlte ich seine Aura! Und dann geschah es ein zweites Mal: Ich war plötzlich wieder von einer Sekunde auf die andere geheilt. Sofort läutete ich die Glocke, um von den Infusionen und von den diversen Kabeln, an denen ich hing, befreit zu werden. Bevor noch ein Arzt ins Zimmer kam, läutete schon das Telefon und Sri Chinmoy rief ins Telefon: "Arthada, how do you feel?! …"

Als ich damals meinen letzten Anruf von Sri Chinmoy erhielt, war ich schon wieder zwei Tage daheim, und die Worte, die er da sprach, werde ich für immer in meinem Herzen bewahren. Ich solle mir, sagte er, eines merken: Sobald ich ihm ein Problem mitteilen würde, ist es nicht mehr mein Problem. Dann ist es sein Problem … - Dr. med. P. Arthada (Wien)

Montag, 4. Mai 2009

Sri Chinmoys längstes Lied

1945 schrieb Sri Chinmoy ein Gedicht, das er Sri Aurobindo widmete. Fünfzig Jahre später war er inspiriert, dieses Gedicht zu vertonen und es entstand sein längstes Lied (über 20 min). Ich hatte Gelegenheit, dabei zu sein, als Sri Chinmoy auf seinem "Aspiration-Ground" in Queens, New York im August 1998 meditierte, während seine Schüler das Lied vortrugen. Diese Meditation ist jetzt auf srichinmoy.tv zu sehen. Wie immer kann man dort das Video gleich streamen oder speichern, um es später in Ruhe anzuschauen oder auf seinen iPod zu spielen. - Kedar Misani

Samstag, 2. Mai 2009

Bücher und DVD's in neuem Verlag online

Das neue deutsche Versandhaus und Internetportal "Versand für Grenzwissenschaften" hat einen Grossteil der Bücher, CD's und DVD's des spirituellen Meisters Sri Chinmoy in sein Online-Programm aufgenommen. Die Farbe der Webseite kann übrigens vom Besucher selbst gewählt werden; ich habe mal blau gewählt. Weitere Links zur Information und Inspiration: Golden Shore Verlag, Nürnberg und der Blog mit einer Uebersicht aller 100 produzierten DVD's von Sri Chinmoy. -Kedar Misani




Das ist ein Teil der 30 DVD-Titel von Sri Chinmoy, die jetzt im neuen Versandhaus online angeboten werden.

Mittwoch, 29. April 2009

Tägliche live-Sendungen online auf Mogulus

Ich habe den Impuls verspürt, bis auf weiteres täglich eine halbstündige live-Sendung um 22.00 Uhr über das Werk von Sri Chinmoy sowie inspirierende Videos auszustrahlen. Pro Abend steht ein Thema im Mittelpunkt. Die Adresse lautet:

http://www.mogulus.com/srichinmoytv

Es würde mich freuen, wenn viele davon inspiriert sind und reinschauen. Während 24 h gibt es zudem die Möglichkeit, mit Hilfe des ON-DEMAND-Knopfes frühere Aufzeichnungen von Vorlesungen (geordnet nach Themen) und Videos nach eigener Wahl anzuklicken und gleich anzuschauen. Der aktuelle Broadcast mit einem unendlich laufenden 24h-Programm siehst Du auch hier auf dem Blog in der rechten Spalte.

Dienstag, 21. Oktober 2008

"Wings of Joy" auf Koreanisch

Das Werk "Wings of Joy" gehört zu den beliebtesten Büchern von Sri Chinmoy (1931-2007). Es wurde im englischen Original von Simon + Schuster herausgegeben. Nun hat ein koreanischer Verlag eine Uebersetzung publiziert, die sehr ansprechend gestaltet ist. Jedes Kapitel ist auf einem anderen farbenen Papier gedruckt und das ganze Buch ist mit Photos illustriert, die übrigens alle meinem Portfolio in der Sri Chinmoy Gallery entnommen wurden. Sogar auf der ersten Seite des Textteils sind ein paar Bilder von mir als Säugling und Kind, zusammen mit einem Portrait von Sri Chinmoy, publiziert! Wie immer bei asiatischen Büchern kann man ja als Westller nichts lesen, aber zum Anschauen ist das Layout und die Präsentation trotzdem ansprechend und faszinierend. -Kedar Misani

Sonntag, 1. Juni 2008

Sri Chinmoy: Baumpflanzung vor 32 Jahren

Im Juni sind es 32 Jahre seit der Baumpflanzung des Friedensphilosophen Sri Chinmoy (1931-2007) im Park des Rietberg Museums in Zürich. Die Himalaya-Fichte trotzte über die Jahre allen Witterungen, u.a. auch dem grossen Sturm Lothar, dem viele Bäume im gleichen Park zum Opfer gefallen sind, und präsentiert sich gesund und stark.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Über Leben und Tod

Eine gemeinsame Reise mit einer Gruppe von Disciples ist für mich immer ein Höhepunkt, besonders während unserer jährlichen Weihnachtsreise, die uns zu den entferntesten Orten in der Welt brachte. Im Januar 2002 besuchten wir Sabah, einen wenig bekannten Teil von Malaysia. Während dieses Aufenthalts fuhren wir mit einer alten Dapfeisenbahn.

Am Bahnhof, ausserhalb von Kota Kinablu, begann ich die holzbetriebene Maschine zu filmen. Die Arbeiter der North Borneo Eisenbahn haben in ähnlicher Weise das Holz verbrannt, wie ich es in meiner Bäckerei Ecstasy-Sky in Zürich jahrelang tat. Filmen ist für mich eine Leidenschaft. Als sich der Zug in Bewegung setzte, war es mein Ziel, über die Reise zusammen mit meinem Guru und die vorbeiziehenden Ladschaften zu berichten. Ich ass meinen Lunchbag und begann von meinem kleinen Klapptisch aus zu filmen. Dann begab ich mich zu einer der Türen, die bei dieser alten Zugsformation auch beim Fahren offen blieben und

begann die vorübergeheneden Szenen von lachenden Kindern und metallenen Brückenpfeilern mit meiner Videokamera einzufangen. Nach einer kurzen Pause an der Endstation in Putatan fuhr der gleiche Zug in entgegengesetzter Richtung wieder zurck in Richtung Ursprungsbahnhof. Erneut nahm ich die Gelegenheit wahr, um von den Treppenstufen der offenen Tür aus zu filmen. Insbesondere wollte ich einen buddhistischen Tempel aufnemen, den ich auf der Hinreise nur kurz gesehen hatte.

Ich stand auf der untersten Treppenstufe der Türe und wollte gerade zu fimen beginnen, als ich plötzlich das Gleichgwicht verlor und aus dem Zug stürzte. Dank der Präsenz meines Meisters, der sich mit uns im gleichen Zug befand, landete ich


auf meiner rechten Seite und überlegte zum Glück den Sturz. Es hätte weit schlimmer ausgehen können. Als ich mich nach einem kurzem Blackout auf dem Boden neben dem Geleise befand, dachte ich zuerst, dass ich geträumt hätte und wollte mich zwingen, wieder aufzuwachen. Aber es war kein Traum. Mein rechter Arm schmerzte, mein Atem ging kurz und ich konnte den um mich versammelten Dorfbewohner kaum sagen, was passiert war. Glücklicherweise eilten zwei meiner Disciple-Freunde, Sanjay und Prabhuddha zu mir, nachdem der Zug notfallmässig angehalten hatte. Auch das war nicht so leicht, denn ein Damfzug braucht einige Hundert Meter, um zu bremsen und zuerst musste der Zugführer informiert werden, was auch nicht

leicht war. Nachdem ein paar wenige der Gruppe bemerkt hatten, dass ich plötzlich verschwunden war, kletterten sie über die Lokomotive, um zum Zugführer zu gelangen. Nun sass ich auf einer kleinen hölzernen Brücke, welche die Häuser mit dem die Schienen überquerenden Weg verband und suchte nach meinem rechten Arm, den ich nicht mehr fand. Schliesslich griff ich mit meiner intakten linken Hand nach rechts und suchte nach dem Arm, der ganz nach hinten ausgerenkt war Ich versuchte ihn wieder in Normallage zu bringen. Dann realisierte ich, dass es doch ernsthafter war, als zuerst angenommen. Zum Glück konnte ich noch meine rechte Hand bewegen, aber der ganze Arm inklusive Schulter war recht havariert. Ich chantete das Mantra "Supreme" so schnell ich konnte und Sanjay ermutigte mich später im Auto das uns mitgenommen hat, die Geschwindigkeit des Chantens noch zu erhöhen. Ich wollte nicht sterben und war der festen Ueberzeugung, dass mir mein Guru beistehen würde. Eine meiner Rippen hatte meine rechte Lunge punktiert.

Unser erstes Ziel war das staatliche Krankenhaus in der Stadt. Dort schien aber niemand mir Beachtung zu schenken und wir entschlossen uns auf Anraten unseres Gruppenarztes Meghabuti (Bild rechts), dass wir unverzüglich wieder ein Auto besteigen und ein privates Spital aufsuchen sollten; es war das Sabah Medical Center. Dort betreute mich ein sehr freudlicher Chirurg mit chinesischer Ausbildung. Er machte die erste Notoperation, um meine Lunge mit Hife eines Röhrchens wieder aufzublasen. Dies war der entscheidende Moment meines Überlebens und nur durch die innere Hilfe meines Gurus normalisierte sich mein Atem wieder. Nach weniger als drei Tagen konnte der Lungenschlauch entfernt werden. Dies war ein besonders kritischer Moment. Auch dieser Eingriff verlieg erfolgreich. Mein rechter Arm war beim Fall gequetscht worden, die Schulter gebrochen und die Sehne angerissen. Am nächsten Morgen wurde der Knochen mit Hilfe einer Metallplatte wieder stabilisiert. In der Tat realisierten die Aerzte erst ein halbes Jahr später in der Schweiz, dass die Sehne gerissen war, als sie das Plättchen entfernten.

Meine Frau Nirmala erzählte mir später, dass ich nach der Operation im Spitalbett meine Hände faltete und das Lied "My own Gratitude" sang. Dankbarkeit ist immer noch das passendste Wort, meine Gefühle zu beschreiben. Ich freue mich, dass ich ein neues Leben erhalten habe und dass ich fortfahren kann, das Licht von Sri Chinmoy zu manifestieren. Unnötig zu sagen, dass meine schon enge Beziehung zu meinem Guru eine neue Dimension erhielt. Ich möchte auch all meinen Disciple-Freunden aus aller Welt danken, die für mich gebetet haben und mich willkommen hiessen, als ich nach einer Woche Spitalaufenthalt ins Nexus Resort Hotel zurückkehrte. Sri Chinmoy selbst hatte das Hotel schon einen Tag vorher verlassen, denn es war das offizielle Ende der Reise. Ich musste noch einige Wochen in Sabah bleiben, da die Aerzte eine Flugreise mit den damit verbundenen Druckunterschieden als unverantwortlich erachteten. Ich versuchte meine zum Teil sehr starken Schmerzen mit Videoschnittarbeiten am Computer und Spaziergängen am Meer zu vergessen. Zwei Monate später hat mich Sri Chinmoy während meines Besuches in New York persönlich gesegnet. Er wusste, dass es bei mir um Tod und Leben ging.

(Publiziert im Buch Buch "Mitleids-Wunder", Teil 5, 2004, The Golden Shore Verlag, Nürnberg)

Dienstag, 18. März 2008

Neue Webseite: Sri Chinmoy antwortet

Eine neue tolle Webseite ist geboren. Sie heisst Sri Chinmoy ant- wortet und gibt anhand von Buchzitaten Einblick in die ver- schiedensten Themen unseres Alltags wie z.B.
  • Angst durch Meditation überwinden
  • Annahme der Welt
  • Drogen und Meditation
  • Ehe
  • Atemübungen
  • Gesundheit und Fitness
  • Innere Stimme
und vieles mehr. Es lohnt sich, mal reinzuschauen.