Samstag, 16. Januar 2010

Eine Flut von Mitgefühl

Als meine Mutter an Krebs erkrankt war, sagte Sri Chinmoy, wenn ich sie das nächste Mal besuche, solle ich Fotos mitnehmen, auf denen ich mit ihm zu sehen sei. Einige Male kam sie aus ihrer völligen Unbewusstheit heraus und reagierte auf die Bilder, dann verlor sie wieder das Bewusstsein. Es schien, dass sie Sri Chinmoys Anwesenheit auch durch die Ärzte und Schwestern wahrnahm.

An meinem Geburtstag waren wir gerade in Venezuela auf dem Christmas-Trip, eine Reise, die Sri Chinmoy jedes Jahr um die Weihnnachtszeit gemeinsam mit seinen Schülern unternimmt. Dort rief mich mein Vater an, um mir mitzuteilen, dass meine Mutter verstorben sei. Nachdem Sri Chinmoy die Nachricht erhalten hatte, rief er mich in sein Zimmer. Sobald ich ihn sah, brach ich in Tränen aus.

Er sagte: "Weine nicht! Ich bin deine Mutter, ich bin dein Vater!" Ich sagte: "Guru, ich weine nicht wegen meiner Mutter, ich weine wegen deinem Mitgefühl." Allein Sri Chinmoys Anwesenheit war wie eine Flut von Mitgefühl. Es war völlig überwältigend. Sri Chinmoy sagte mir, dass ich nicht zur Beerdigung zurückgehen sollte, ich würde dort nur weinen. Es war mir bewusst, dass er auf der spirituellen Ebene alles für meine Mutter tun würde, doch ich hatte die Befürchtung, dass mein Vater und meine Brüder mich sicherlich schimpfen und kritisieren würden, wenn ich nicht bei der Beerdigung anwesend wäre. Überraschenderweise war das nicht der Fall. Sehr behutsam sagte mein Vater: "Wir bitten dich nicht, dass du zurückkommst." Doch ich hegte die Vermutung, dass eine verspätete Reaktion folgen würde; möglicherweise würden sie bei meiner Rückkehr nach New York mit mir schimpfen – doch ich wurde nicht im Geringsten kritisiert. Nichts ahnend hatten sie Sri Chinmoys göttliche Weisheit vollständig angenommen.

Einige Tage nach dem Tod meiner Mutter meditierten wir auf der breiten Veranda des Hotels. Sri Chinmoy schaute in den weiten blauen Himmel empor und sah dort einen einzelnen Vogel fliegen. Er sagte zu mir: "Das ist die Seele deiner Mutter. Der Käfig ist zerschmettert." Monate später, als ich über all die Höhen und Tiefen sinnierte, die dem Tod meiner Mutter voraus gingen, dämmerte es mir, dass es ihr wahrscheinlich bestimmt gewesen wäre, früher zu sterben, doch dass Sri Chinmoy ihren Abschied so hinausgezögert hatte, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht in New York war. Sri Chinmoy sagte, es war bedeutsam, dass sie an dem Tag verschieden ist, an dem sie mich in die Welt gebracht hatte. Aus dem, was normalerweise eine tragische emotionale menschliche Erfahrung tragisch gewesen wäre, schuf Sri Chinmoy eine äußerst seelenvolle und bedeutungsvolle Erfahrung in meinem spirituellen Leben.

-Nemi Fredner, New York

Dienstag, 12. Januar 2010

Gedanken lesen

Ich war erst seit ein oder zwei Jahren Schüler meines spirituellen Lehrers Sri Chinmoy, als ich mich mit ihm und einigen anderen Schülern auf eine Busfahrt begab, die von New York nach Kanada führte. Während der Busfahrt ging Sri Chinmoy im Busgang nach hinten, und gab jedem von uns kleine Bonbons als gesegnete Nahrung, sogenanntes Prasad. Da ich hinten im Bus saß, war ich einer der letzten, die Prasad bekamen. Als Sri Chinmoy sich auf den Weg zu seinem Sitz machte, der ganz vorne war, wünschte ich mir mit aller Kraft, jedoch im Stillen, dass ich für meine Familie, die daheim in Seattle war, Prasad mitnehmen könnte. Sri Chinmoy drehte sich sofort um und kam zurück. Er gab mir all die verbliebenen Bonbons und sagte: "Bitte nimm sie mit für deine Familie."

Bei einer anderen Gelegenheit, ich hatte eines der Geschäfte besucht, die von Schülern Sri Chinmoys geführt werden, und hatte Sri Chinmoy einen Brief geschrieben, in dem ich zuerst die guten Eigenschaften des Ladens würdigte und dann die guten Eigenschaften der Schüler, die ihn führten. An diesem Abend las Sri Chinmoy bei einem Treffen mit seinen Schülern den ersten Teil des Briefes über den Laden vor. Dann ließ er den Brief auf den Boden gleiten. Ich saß hinten in der Halle. Innerlich fragte ich mich, warum Sri Chinmoy den zweiten Teil des Briefes nicht vorgelesen hatte. Danach beugte sich Sri Chinmoy vor, hob den Brief vom Boden auf und las den zweiten Teil über die Besitzer vor.

-Nayak Lincoln Polissar, Seatlle, USA

Montag, 4. Januar 2010

Neues Leben durch Sri Chinmoy

Im Jahre 1990 während eines Abend-Konzerts bei den April-Celebrations, Feierlichkeiten die im April in New York zu Ehren der Ankunft Sri Chinmoys im Westen stattfinden, setzten bei mir plötzlich Atembeschwerden ein. Kritagyata, die Krankenschwester ist, schrieb eine kurze Notiz an Sri Chinmoy, meinen spirituellen Lehrer, um ihn darüber zu informieren. Er gab als Antwort, dass sie mich sofort ins Krankenhaus bringen sollten.

Die Nacht im Krankenhaus verlief sehr schwierig, trotz Sauerstoffzufuhr und all der Medikamente, die mir die Ärzte verabreichten. Als ich am Morgen erwachte fühlte ich mich sehr erschöpft und bemerkte einen Priester, der in meiner Nähe betete. (Es war ein katholisches Krankenhaus in dem ich lag.) Die Diagnose, die man für mich erstellt hatte, lautete Lungenembolie. Es waren Blutgerinnsel von meinen Beinen in meine Lunge gelangt. Da ich selbst Ärztin bin, wusste ich, dass die Überlebenschance sehr gering war und mein Herz begann mit Sri Chinmoy zu sprechen. Ich sagte: "Wenn es gut und notwendig ist, dass ich mit meiner Arbeit auf dieser Erde fortfahre, dann bitte Guru, komm und hilf mir!" Ich fühlte, dass ich am ersticken war und dass die medizinische Kunst nichts mehr für mich tun konnte. Kurz danach, da bin ich mir ganz sicher, sah ich Sri Chinmoy nahe bei meinem Bett sitzen. Er erzählte später einigen Schülern, dass meine Seele ihn ganz vehement gerufen hatte. Sri Chinmoys machtvolle Anwesenheit war dringend notwendig, denn nur sieben oder acht Sekunden später konnte ich wieder normal atmen. Ich sagte ihm: "Lieber Guru, ich danke dir, dass du mein Leben gerettet hast, ich kann wieder normal atmen." Sri Chinmoy antwortete mir innerlich, dass ich meinem physischen Körper, der das jüngste Mitglied unserer inneren Familie - Körper, Vitales, Verstand, Herz und Seele – ist, nicht genügend Aufmerksamkeit schenke. Er gab mir den Rat, meine Rückreise nach Russland noch nicht genau festzulegen, sondern zu warten, da er wusste, dass Abarita und ich uns sehr darauf freuten, in diesem großen Land Vorträge über Sri Chinmoy zu geben.

Als weitere Gerinnsel in der Lunge gefunden wurden, wurde eine neue Entscheidung in Bezug auf meine Krankheit gefällt. "Dringend notwendige Operation" lautete die Antwort des Gefäßchirurgen. Er setzte einen Filter in die untere Hohlvene meines Bauches ein, um die Gerinnsel abzufangen und um zu verhindern, dass weitere Gerinnsel von den Beinen in meine Lunge gelangten. Doch zwei Stunden nach der Operation kam das gleiche Gefühl der Atemnot mit schwerwiegenden Schmerzen zurück. Es gab nichts mehr, das mir physisch noch hätte helfen können. Ich wusste in diesem Augenblick, wie bereits zuvor, dass nur noch Sri Chinmoy mir helfen konnte. Der Grund, weshalb sich der Tod ein zweites Mal näherte, waren Komplikationen mit der wiederkehrenden Lungenembolie während der Operation, die begleitet waren von einer Brustfellentzündung. Dies beeinträchtigte meine Atmung noch mehr und ich bekam nicht genügend Sauerstoff für meinen Körper. Das letzte was ich hörte, bevor ich meine Augen gegen zwei Uhr morgens schloss, war ein Anruf von Kritagyata an Ashrita, der Nachrichten an Sri Chinmoy weitergab. Kritagyata sagte: "Sag Guru, dass sie stirbt. Wir wissen nicht, was wir noch tun können." Ich werde niemals vergessen, wie ihr Gesicht mit so viel Liebe und Mitleid über mir schwebte. Ein Lächeln der Dankbarkeit kam von meiner Seele und dann verlor ich das Bewusstsein mit dem sicheren Gefühl, dass ich in den Händen des Supremes, von Gott war. Als ich meine Augen öffnete war es sieben Uhr am Morgen ... und ich lebte noch. Während meiner Abwesenheit von der weltlichen Umgebung hatte ich die schönsten Landschaften gesehen, die man sich vorstellen kann: schöne grüne Wiesen voller Blumen, Flüsse, Schmetterlinge und Vögel und große Wälder mit einer reinen, milden Atmosphäre. Ich erinnere mich, dass ich göttliche, stille Musik gehört und wundervolle Farben gesehen hatte.

Nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, wünschte ich mir oft, diese überirdische Schönheit wieder sehen und fühlen zu können. Dieser Wunsch war so stark und wiederholte sich so oft, dass einige Schüler beschlossen, Sri Chinmoy davon zu erzählen. Darauf lies mich Sri Chinmoy eines Tages am Tenniscourt, einem Platz, auf dem wir uns versammeln um zu meditieren, zu sich rufen und ich durfte ihm gegenüber auf einem Stuhl Platz nehmen. Wir meditierten etwa zehn Minuten lang, doch um die Wahrheit zu sagen, ich hatte dabei die Zeit völlig vergessen. Ich fühlte die Schwingung einer sehr kraftvollen Energie um meine Hände und meinen Kopf und nach einigen Sekunden um mein ganzes Wesen. Mit dieser Energie kam eine großartige, reine Freude und Wonne. Um Sri Chinmoys Kopf sah ich eine gelbe Aura. Ich hätte gewünscht, dass es für immer dauerte, dieses außerordentliche Gefühl, den Körper nicht mehr zu spüren und die Erfüllung in der reinen Freude der Existenz zu finden.

So gab Sri Chinmoy mir ein neues Leben und zeigte mir, was ich während meines Aufenthalts hier auf Erden noch lernen musste: wie ich dieses göttliche Bewusstsein beibehalten kann. Er gab mir das Vertrauen und das Wissen, dass das Wesen, das All-Liebe, Güte und Mitleid verkörpert, immer das tun wird, was das Beste für uns und für jedermann ist. Diese Wahrheit bringt göttlichen Frieden - im Leben und im Tod. Dies war die wunderbare Lektion, die mein Herz diesen April lernte: wie man mit Sri Chinmoys Hilfe die Angst vor dem Tod überwinden kann. -Dr. Jagattarini Skreblin, Belgrad, Serbien

Dienstag, 15. Dezember 2009

Sieg über Unwissenheit und Tod

Lasst mich euch erst erzählen, wie alles begann. Ich war seit vier Jahren Schüler des spirituellen Meisters Sri Chinmoy, ein sehr hingebungsvoller. Ich fühlte klar, dass dies mein Pfad hin zur Selbstentdeckung war. Daher war ich entschlossen, all meine Fähigkeiten einzubringen, um schnellen Fortschritt zu machen. Ein wichtiger Teil dieses Fortschritts war die so genannte spirituelle Manifestation. Das bedeutete, von Beginn an, mein inneres Licht mit anderen Menschen zu teilen, insbesondere meine innere Verbindung zum Göttlichen, die letztendlich der Grundpfeiler meines inneren Fortschritts war. Ich liebte es, diesbezüglich Meditationskurse anzubieten. Und ich hatte die Gelegenheit, bereits schon in meinem zweiten Jahr als Schüler, gelegentlich Vorträge und Seminare in der Schweiz zu geben und in allen Nachbarländern. Mein Lieblingsland war Österreich, wo ich mehr Herzenswärme als in der Schweiz oder Deutschland verspürte (Dies war nur mein vorläufiges und subjektives Urteil zu diesem Zeitpunkt). Und Österreich hatte den Vorteil, dass ich immer noch in meiner Muttersprache sprechen konnte.

Während ich jedoch diese Kurse gab, entwickelte ich den Traum, mich eher eines südlicheren Landes anzunehmen. Und vorzugsweise eines, wo ich ganz von vorn anfangen konnte, mit noch keinen Schülern Sri Chinmoys oder bereits existierenden Sri-Chinmoy-Zentren. (Ich muss gestehen, dass ich es mir ein wenig einfacher vorgestellt hatte, als es dann tatsächlich wurde.) Nun, zur Auswahl standen Spanien und Griechenland.

Für mich war es ziemlich offensichtlich, dass es lohnenswerter war eine internationale Sprache wie Spanisch anstatt Griechisch zu lernen, die weltweit nur in einem kleinen Land zur Anwendung kommt. Daher begann ich unverzüglich mit dem Selbststudium, und ich wollte auf keinen Fall Sri Chinmoys Weihnachtsreise nach Spanien im Dezember 1984 versäumen, bei der er und viele seine Schüler alljährlich mehreren Ländern einen Besuch abstatteten. Alles verlief problemlos – zumindest bis zu meinem zweiten oder dritten Tag in Barcelona, als ich gerade von meinem üblichen Morgenlauf zurückkam. Und ich die letzte Straße vor unserem Hotel überqueren musste… .

In diesem Moment lenkte der Supreme, das höchste Göttliche, mein Schicksal auf ziemlich neuartige und überraschende Weise. Es war bestimmt nicht ich, der dies tat, da ich etwa einen Monat später in einem Krankenhaus meiner Heimatstadt Zürich erwachte. Sogar zum dem Zeitpunkt, als ich erwachte, verstand ich nicht viel von dem, was da um mich herum vorging, weil ich die Schüler Sri Chinmoys, die mich im Krankenhaus besuchten, für Pfadfinder hielt, und weil alles, an was ich mich erinnerte, eine wunderschöne Reise mit Sri Chinmoy in der inneren Welt war. Übrigens, eine der Dinge, die mir Sri Chinmoy während dieser inneren Reise gesagt hatte, war, dass es mir bestimmt war, dass ich in einen sehr schweren Autounfall im darauf folgenden Jahr verwickelt werden würde, dass dies jedoch nur zu meinem Besten sei. Deshalb sollte ich mir keine Sorgen darüber machen.

Jedoch, zurück zu den Tatsachen, die sich in Spanien ereigneten, und die mir später von Sri Chinmoy, meinem Bruder und anderen Schülern berichtet wurden: Meine Seele kam unverzüglich zu Sri Chinmoy und erzählte ihm von dem Unfall, und sie sagte, dass es nutzlos sei in diesen Körper, der so schwer verletzt war, zurückzukehren. Sri Chinmoy bat jedoch meine Seele in den Körper zurückzugehen, um den er sich persönlich kümmern würde. Ein Befehl, den meine Seele mit großer Wonne Folge leistete. Sri Chinmoy fühlte sich zu jener Zeit dazu inspiriert, die He-Param-Pita-Liederreihe zu komponieren (Oh, Lord Supreme), die heute meine Lieblingslieder sind. Noch am selben Abend ging Sri Chinmoy ins Krankenhaus, gerade als mein Bruder aus der Schweiz angekommen war (nebenbei bemerkt, es war Heiligabend). Die spanischen Ärzte hatten meinem Bruder, der selbst Arzt ist, sehr detailliert über die gegenwärtige Situation aufgeklärt, die ziemlich hoffnungslos erschien: Irgend etwas zwischen Tod und bleibendem Koma.

An dieser Stelle wollte Sri Chinmoy offensichtlich seine eigene Sicht der Dinge demonstrieren: Er schritt zum Kopfende meines Bettes und begann damit, sich auf mich zu konzentrieren. Dies hatte die Auswirkung, dass ich mich in meinem Bett aufsetzte und damit anfing das Wort Pranam (ich verbeuge mich), mit einer sehr kraftvollen Stimme für etwa fünf Minuten zu singen. Danach legte ich mich wieder hin und schlief für einen weiteren Monat. Ich hatte auch das große Glück oder die Gnade, dass meine Eltern eine Versicherung abgeschlossen hatten, die beinhaltete, dass ihre Söhne im Falle eines schweren Unfalls im Ausland mit einem privaten Krankentransportflugzeug in die Schweiz zurückgebracht werden.

Die schweizer Ärzte waren nicht weniger als die spanischen erstaunt, als sie einen ziemlich hoffnungslosen Fall besser und besser werden sahen, auf unerklärliche Weise. Jedoch wäre es eine Lüge zu behaupten, dass meine mentalen Fähigkeiten die gleichen wie zuvor geblieben wären. Mein Kurzzeitgedächtnis ist klar reduziert, was es für mich unmöglich macht, gemäß meiner Ausbildung als Grundschullehrer zu arbeiten. Jedoch habe ich auf jeden Fall die Fähigkeit Meditationskurse zu geben, sogar mit einer erhöhten intuitiven Kraft und mehr Herz-zu-Herz-Kontakt.

Kann man daher wirklich von einer Benachteiligung sprechen? Bezüglich Geld, ja. Um mein reduziertes Einkommen auszugleichen, zog ich nach Griechenland, ein Staat mit geringeren Lebenshaltungskosten. Und, ganz nebenbei, auch das Land, wo ich meine letzte Inkarnation verbrachte, wie Sri Chinmoy mir später sagte. Dies machte es zusätzlich einfacher, diese Sprache zu lernen, trotz meinen eingeschränkten Merkfähigkeiten.

Nun werdet ihr euch vielleicht fragen, weshalb ich nicht gleich über Sri Chinmoys Wunder, welches ja letztendlich das Herzstück der Geschichte ist, geschrieben habe, und weshalb ich solch eine lange Geschichte mit dem Vor und Danach daraus gemacht habe. Das liegt daran, dass für mich ein Wunder nur dann einen Sinn ergibt, wenn es einen Vorteil für die Entwicklung der Seele mit sich bringt, und es keinen Sinn macht, wenn es nur für das Staunen des Verstandes und der Lebensenergie vollzogen wird. Ich würde sagen, dass das Wunder, welches Sri Chinmoy in Spanien vollbrachte, zur ersten Kategorie gehört.

Ich vergaß zu erwähnen, dass unmittelbar nach meinem ersten Treffen mit Sri Chinmoy, als ich irgendwie ins menschliche Bewusstsein zurückgekehrt war, er mir den Namen Mrittyunjoy gab, die Seele, die Unwissenheit und Tod besiegt hat, um dem Supreme auf Seine eigene Art und Weise zu gefallen. Es erübrigt sich zu betonen, dass es nicht ich, sondern Sri Chinmoy selbst war, der Unwissenheit und Tod besiegte, um dem Supreme auf Seine eigene Art und Weise zu gefallen. Aber ich glaube er brauchte irgend eine Rechtfertigung, mir einen spirituellen Namen zu geben.

- Mrittyunjoy Bader, Athen

Donnerstag, 5. November 2009

Mein Geburtstag in Paris

Die Dummheit eines Schülers oder sollte ich sagen des Verstandes eines Schülers ist oft grenzenlos: Ich bin das beste Beispiel dafür. Den 20. Oktober pflegte ich meist in New York zu verbringen, denn an diesem Tag habe ich meinen Geburtstag. Sri Chinmoy meditierte üblicherweise auf die Geburtstagskinder, ein Ereignis auf das ich mich oft schon ein halbes Jahr davor zu freuen begann. Vor Jahren war Sri Chinmoy am 20. Oktober in Paris und es gab eine Veranstaltung in einer großen Halle – über 1'000 seiner Meditationsschüler hatten sich versammelt. Ich dachte mir, hier werde ich wohl auf meine Geburtstagsmeditation verzichten müssen. Als Sri Chinmoy schließlich in die Halle kam, meditierte er und im Laufe der Meditation spürte ich plötzlich, wie er mit unglaublicher Intensität auf mich zu meditieren begann und seine Liebe in mich in schier unermesslicher Weise fließen liess - es war unglaublich. Ich war so übermannt, dass ich mit Tränen rang und ich kann mich noch genau erinnern, dass ich später gleich einem Mantra innerlich ständig den Satz wiederholte "Guru, bitte segne mich nicht mehr äußerlich!", denn ich wusste, ich hatte bei meinem Geburtstag noch nie so viel empfangen wie damals in Paris. Welche Dankbarkeit und Liebe empfand ich damals!




Noch einige Tage zehrte ich von der Erfahrung, aber als die Tage in die Wochen gingen, trat mein Verstand immer mehr in den Vordergrund. "Sri Chinmoy kann so in die Masse schauen, dass jeder glaubt, dass gerade er jetzt gesegnet oder angeschaut wird", sagte ich mir und ich stellte auch immer mehr die wunderschöne Erfahrung in Zweifel. Wie gesagt die Dummheit des Verstandes kennt keine Grenzen: Schließlich fing ich sogar an, mir Selbstvorwürfe zu machen. "Mein Guru hat mich wohl nicht äußerlich gesegnet, da er mit mir unzufrieden ist…" Als ich mich immer tiefer in diesen dunklen Gedanken verfing – ich muss mich wirklich dafür schämen - läutete das Telefon und Ashrita, Sri Chinmoys Sekretär, war am Apparat. Er teilte mir unter anderem mit, das mir Sri Chinmoy ausrichten lasse, er habe meinen Geburtstag nicht vergessen und er habe mich in Paris "äußerst kraftvoll" gesegnet. Zum Zeitpunkt von Ashritas Anruf lag mein Geburtstag schon rund 4 Wochen zurück und Sri Chinmoy befand sich längst auf einem anderen Kontinent als ich. Aber Gedanken kennen offensichtlich keine Entfernungen. - Dr. med. Arthada, Wien

Freitag, 30. Oktober 2009

Unerwartete Belohnung von Sri Chinmoy

Es war ein sonniger Frühlingstag im April und ich war - so wie jedes Jahr - zu diesem Zeitpunkt in New York, um an den Feierlichkeiten zu Sri Chinmoys Jahrestag seiner Ankunft in den USA teil zu nehmen. Ich hatte an diesem Tag einen schönen Platz weit vorne ergattert und saß entspannt da und genoss mein Dasein. In so einem meditativen Umfeld ist das auch immer viel einfacher als zuhause. Sri Chinmoy war anwesend und mit diversen Dingen beschäftigt. Aus seiner Aktivität wurde er jedoch auf einmal herausgeholt, als einer der Schüler ein großes Tablett mit runden braunen Süßigkeiten brachte, eine ziemlich große Anzahl. Anscheinend hatte irgendjemand Geburtstag und Sri Chinmoy nutzte sofort die Gelegenheit, die Süßigkeiten zu verteilen - in Indien nennt man eine solche gesegnete Nahrung "Prasad".

Er rief verschiedene Singgruppen und auch vereinzelt Personen auf. Ich beobachtete die Szene ruhig und immer noch zufrieden mit meinem Dasein, bis mir auf einmal auffiel, dass das früher anders war. Da war ich nicht so entspannt wie in diesem Augenblick. Nein, früher hätte ich auch so gerne eines von den Dingen gehabt, die der Meister verteilt und die offensichtlich nicht für alle 1000 anwesenden Personen ausreichten, so dass er sie nur an ein paar wenige Personen verteilte. Ich erinnerte mich gut, wie schlecht ich mich früher gefühlt hatte, erstens, weil ich nicht zu den „Auserwählten“ gehörte, zweitens, weil ich mich zu gierig fühlte und drittens, weil ich damals noch dachte, man ist sicher ein schlechter Schüler, wenn man keines kriegt. Alles dummes Zeug, aber der Verstand kann einem schon echt spannende Dinge einreden. Vor allem das Gefühl der Unwürdigkeit hat mir früher oft zu schaffen gemacht. Doch an diesem Tag war es tatsächlich völlig anders. Ich WUSSTE einfach, dass ich nicht zu den Personen zählte, die eine Süßigkeit aus Sri Chinmoys Hand bekommen würden, und es war vollkommen in Ordnung, so wie es war. Ich freute mich sogar noch mit den Leuten, die eine bekamen und war gespannt, wer wohl als nächstes in den Genuss kam. Und durch diese Freude und auch die Freude über meine Erkenntnis und meine kleinen durch Meditation erlangten Errungenschaften schien sich in diesem Augenblick meine Freude noch zu vergrößern. Etwas, was man kaum für möglich hält, aber Zufriedenheit lässt sich nochmal steigern und so war ich tief in dieser Freude und ein Gefühl von inniger Dankbarkeit machte sich breit, einfach WOW.

Und dann geschah etwas, mit dem ich nicht im Traum gerechnet hätte. Sri Chinmoy hatte mittlerweile wirklich sehr viele von diesen Süßigkeiten verteilt, aber es waren immer noch recht viele übrig, als er auf einmal sagte: „Girls, who did not tell a lie for a month kindly come and take“. Ich saß kurz wie vom Donner gerührt da und konnte es erst gar nicht glauben. Sri Chinmoy hatte unter anderem mich gerufen. Ich wusste genau, dass ich keine Lügen erzählt hatte, und keine zwei Minuten später stand ich vor Sri Chinmoy, um mir eine dieser herrlichen Süßigkeiten zu nehmen. Wie gesagt, Zufriedenheit lässt sich steigern – manchmal ins schier Unermessliche. Vielleicht könnt Ihr meine Freude nachspüren, als ich andächtig diese Leckerei in Händen hielt und mir dachte, wenn der Meister Dir etwas geben möchte, dann findet er Wege, es zu tun und es ist immer gut so wie es ist. Insgesamt war das wie eine Belohnung dafür, dass ich zuvor so entspannt und zufrieden war – eine Belohnung, die ich an sich gar nicht mehr gebraucht hätte. Aber sie hatte mir wieder einmal gezeigt, wie sehr Sri Chinmoy immer noch eines „drauflegen“ konnte, vor allem, wenn man gar nicht mit irgendetwas rechnet.

-Abhilakshati, München/Photo: Kedar

Sonntag, 20. September 2009

Demut und Hingabe ersetzten Zweifel

Ich hatte das enorme Glück, Sri Chinmoy, meinen spirituellen Meister, schon innerhalb des ersten halben Jahres meiner Schülerschaft zwei Mal persönlich in Europa treffen zu können. Beide Male wurden mir besondere und sehr aufregende innere Erfahrungen zuteil, die mich zu der Annahme verleiteten, dass die Gottverwirklichung zum Greifen nahe sein könnte und vielleicht gleich hinter der nächsten Ecke auf mich wartete. Heute, 19 Jahre später, scheint die Erleuchtung weiter entfernt, viel, viel weiter entfernt zu sein und sie versteckt sich sehr konsequent vor mir. Mir ist jetzt klar: Bis die Erleuchtung eintritt benötigt es einfach viel Zeit. Offen gestanden hatte ich nie mehr solche Erfahrungen jenseits von Raum und Zeit, wie sie mir ganz am Anfang geschenkt wurden, obwohl ich mich immer wieder sehr darum bemühte. Es scheint, dass mein Meister damals das Gefühl oder sollte ich sagen, Verständnis dafür hatte, dass jemand, der wie ich aus der Hippy-Bewegung kam, etwas drastischere Erfahrungen benötigte, um eine Kurskorrektur vornehmen zu können, bzw. sich mit Haut und Seele dem spirituellen Weg hingeben zu wollen – schließlich war ich an drastische Erfahrungen – wenn auch aufgrund unlauterer Mittel – schon gewohnt




Jedenfalls flog ich schon nach einem halben Jahr meines Schülerdaseins mit dem Ziel zu Sri Chinmoy nach New York, der Gottverwirklichung noch einmal ein wesentliches Stück näher zu kommen und meine Entschlossenheit und mein Eifer waren so groß, dass man bei mir eine Ausnahme machte; eigentlich durfte man damals frühestens nach einem Jahr diese Reise unternehmen – und das hatte seine Gründe, wie ich sehr schnell erkennen musste. Es war der erste oder zweite Tag in New York und trotz meines ursprünglich überschießenden Enthusiasmus fand ich mich plötzlich in den tiefsten Tiefen grenzenlosen Zweifels wieder und die damals eindringlichen Warnungen von Seiten meiner Eltern, die heute Sri Chinmoys Meditationsweg positiv gegenüberstehen, schienen sich nun mehr als zu bestätigen. Auf einmal kam mir dort alles völlig lächerlich vor. Wie konnten die Sucher dort voller Erwartung bei dem im Sessel sitzenden Menschen vorbeigehen. Mir erschien alles plötzlich sinnlos. Ich konnte damals einfach nicht den menschlichen Aspekt des Yogis mit dem göttlichen Aspekt vereinen. Ich sah dort im Meister einfach nur mehr den Menschen… Heute weiß ich wohl, dass die Schüler nach solchen sogenannten "Walking-Meditations" ausgelassen, fröhlich und völlig unbeschwert zu sein pflegen, haben sie doch all ihren inneren Ballast dem Meister gegeben, und der Meister badete dann aufgrund seiner Liebe für seine Schüler mit körperlichen Schmerzen unsere Fehler aus.

Jedenfalls entschloss ich mich nun spontan und tief enttäuscht sofort, also praktisch mehr oder weniger an dem Tag, an dem ich ankam, mich wieder ins nächste Flugzeug zu setzen und zurück nach Österreich zu fliegen. Bereit zum Aufbruch stand ich vor dem Ausgang, der Meister verließ gerade seinen Platz. Sri Chinmoys Weg führte nahe bei mir vorbei und ich empfand ein großes Maß an innerer Erregung und Verzweiflung: Waren all meine Erfahrungen Halluzinationen gewesen? Sri Chinmoy war gerade bei mir vorbeigegangen, die Augen hatte er fast geschlossen und er schien keinen der am Wegrand wartenden Schüler zu registrieren, sein Geist schien überhaupt nicht in dieser Welt zu sein. Mein Blick war auf den Meister gerichtet als ich innerlich mit größter Eindringlichkeit mein letztes Stoßgebet zum Himmel schickte: "Bitte, das ist die absolut letzte Chance, bitte, bitte gib mir ein Zeichen, nur ein kleines, kleines Zeichen, dass du ein echter Meister bist!" Kaum hatte ich die Worte zu Ende gedacht, blieb Sri Chinmoy stehen und drehte sich sehr langsam zu mir um. Die Zeit schien wie in Zeitlupe zu vergehen. Unsere Blicke trafen einander und sein Blick durchbohrte mich und schien alles, wirklich alles über mich zu wissen. Sri Chinmoys Gesicht blieb völlig unbeweglich, aber sein Blick sagte alles, was zu sagen war. Nie wieder werde ich diesen Blick vergessen - ich wäre damals am liebsten im Boden versunken! Obwohl kein einziges Wort fiel, war der Augenblick beredter als wenn tausend Worte gesprochen worden wären!

Ich verbrachte in der Folge noch zwei meiner glücklichsten Wochen in New York, Sri Chinmoy hatte in seinem Mitleid meinen dummen Zweifel durch Demut und Hingabe ersetzt. Heute würden sich meine Eltern wünschen, dass auch meine Geschwister meditierten, denn sie empfinden, wenn ich sie besuche, viel inneren Frieden und Freude. Es ist ihnen nicht entgangen, dass mein Leben weit einfacher, erfüllter und glücklicher abläuft, als jenes meiner Geschwister und vielleicht auch der Menschen, die sie kennen. - Dr. med. P. Arthada (Wien)

Dienstag, 11. August 2009

Sri Chinmoys Hilfe

Im Winter 1995, als meine Tochter Kalika vier Jahre alt war, wurde sie ernsthaft verletzt, als einige andere Kinder sie mit ihrem Schlitten anfuhren. Auf dem Weg zum Arzt konnte sie ihre Bewegungen nicht kontrollieren und sie verlor ihr Bewusstsein. Als wir beim Arzt waren, erlangte sie kurz das Bewusstsein und versuchte mit mir zu sprechen, doch dazu war sie nicht fähig. Das schockierte und erschreckte mich so sehr, dass der Arzt mich aus dem Zimmer schickte. Meine Schwester Medinee und ich begannen auf Sri Chinmoys transzendentales Foto zu meditieren und allmählich beruhigte ich mich. Später sagte mir der Arzt, dass Kalikas Gehirn verletzt war; sie würden sie per Hubschrauber in ein großes Krankenhaus in Freiburg bringen. Als ich im Krankenhaus ankam, lag sie im Koma. Die Ärzte sagten mir, dass auf dem Röntgenbild deutlich ein Gehirnschaden sichtbar war. Am zweiten Tag nach dem Unfall wurde der Gehirndruck so kritisch, dass sie operiert werden musste, um Blut aus ihrem Gehirn zu entfernen. Das Anschwellen blieb weiterhin ein Problem, da es die Funktion von wichtigen Gehirnzentren beeinflusste und ihre Bewusstlosigkeit verursachte. Die Ärzte sagten, dass die Gefahr bestünde, dass Kalika ihr Bewusstsein nicht mehr erlangen oder einen bleibenden Gehirnschaden davontragen würde.


Ich berichtete Shikha und Sutikhna davon und sie informierten sofort Sri Chinmoy darüber, der auf der Weihnachts-Reise war. Sutikhna rief mich jeden Abend an und fragte nach dem Befinden von Kalika, weil Sri Chinmoy über ihren Zustand informiert sein wollte. Nach dem Unfall lag Kalika zwölf Tage lang im Koma. Ihre Augen waren geschlossen und sie bewegte sich nicht. Wenn wir sie ansprachen, reagierte sie nicht. Doch die ganze Zeit über, wenn wir bei Kalika auf der Intensiv-Station waren, fühlten wir, dass dort eine sehr göttliche Atmosphäre herrschte. Ich war dankbar, meine Schwestern Shilpa und Medinee ebenso, dass wir bei unseren Besuchen jedes Mal Sri Chinmoys Anwesenheit ganz stark bei ihr fühlten. Wir ließen Sri Chinmoys transzendentales Foto neben Kalikas Kopf und spielten oft eine Kassette von Sri Chinmoy, wo er die Invocation singt. Die Krankenschwester erwähnte, dass sich dabei und wenn wir Supreme (was übersetzt "Höchster Herr" entspricht - ein von Sri Chinmoy gewählter Ausdruck für Gott) wiederholten, Kalikas Gehirn-Druck und die Lebenssignale immer verbesserten.

Zwölf Tage nach dem Unfall kam Kalika kam wieder zu Bewusstsein, konnte aber immer noch nicht sprechen. Als wir vom Krankenhaus nach Hause kamen, informierte ich Sutikhna, dass der Doktor sagte, Kalika würde wieder laufen und sprechen lernen müssen. Sutikhna sagte, sie denke nicht, dass Sri Chinmoy Kalika ihr Leben schenken und sie behindert lassen würde. Am nächsten Tag, als meine Schwester Shilpa und ich Kalika besuchten, erkannte sie Shilpa und rief sie beim Namen. Sie sagte zu mir: "Hallo Mama, ich hab dich lieb." Ich war so glücklich und dankbar, dass Tränen meine Wangen hinunterliefen. Ich war so glücklich, dass nichts von dem, was die Ärzte vorausgesagt hatten, eintraf. Da Kalika nicht essen konnte, wurde sie zweieinhalb Monate lang intravenös ernährt. Obwohl sie viereinhalb Jahre alt war, verlor sie so viel Gewicht, dass sie nur noch 8 Kilogramm wog, weniger als ein einjähriges Kind gewöhnlich wiegt. Während dieser langen, schwierigen Zeit erhielten Kalika und ich sehr oft Besuch von Anami und meinen Schwestern Medinee und Shilpa und sie ermunterten uns. Ihre Unterstützung half wirklich, wenn ich am Kämpfen war.

Während dieser Monate gab es viele Untersuchungen. Kalika brauchte eine Operation an ihrer Bauchspeicheldrüse, aber die Ärzte wollten die Operation nicht machen, bis sie wenigstens 12 Kilogramm wog. Sie sagten, dass die Operation sehr schwierig war und dass es nur zwei Operationsärzte in Deutschland gab, die dies tun konnten. Man betrachtete die Operation auch als höchst riskant. Sri Chinmoy wurde über die Notwendigkeit dieser Operation informiert und er sagte: "Gut, gut." Vor der Operation berichtete Kalika mir von einem Traum, den sie hatte: Jesus kam sie in einem roten Dhoti besuchen und sie bat ihn, zu ihrem spirituellen Meister Sri Chinmoy zu beten und ihr zu helfen. Mit Sri Chinmoys Hilfe gelang die zwölfstündige Operation sehr gut. Sie erholte sich viel schneller, als die Ärzte vorausgesagt hatten und nach drei Monaten im Krankenhaus konnten wir Kalika endlich nach Hause holen. Als Kalika später zur Nachuntersuchung ins Krankenhaus ging, sagten die Ärzte zu mir: "Was machen Sie? Geben Sie ihr alle Ihre Liebe? Die Tatsache, dass sie sich von diesem Unfall erholt hat, ist ein Wunder." Die Krankenschwester, die mit der Intensivpflege betraut war, gab zu, dass sie wenig Hoffnung gehabt hatte, dass Kalika überleben würde.

Ich bin Sri Chinmoy für dieses Wunder so dankbar, weil ich tief in meinem Herzen weiß, dass Kalika ohne Sri Chinmoys übergroße Hilfe gestorben wäre. -Claudia Weber, Schaffhausen


Dienstag, 4. August 2009

Das Geburtstagsgeschenk

Vor einigen Jahren wurde ich während der August Celebrations, Feierlichkeiten zum Geburtstag meines spirituellen Meisters Sri Chinmoy in New York, plötzlich von einer großen schwarzen Biene gestochen, als ich außerhalb des "Aspiration Grounds", eines Meditationsgartens mit Tennisplatz, in dem wir uns täglich zum Meditieren trafen, mit ein paar Mädchen Lieder einübte. Es schmerzte so sehr, als ob ich mit einem scharfen Messer gestochen worden wäre. Jeder Teil meines Körpers begann zu jucken. Seit meiner Kindheit bin ich nicht mehr von Bienen gestochen worden und hatte deshalb vergessen, dass ich damals wegen meiner Hyperallergie gegen Stiche im Krankenhaus gelegen hatte. Als Nishtha mich sah, erkannte sie, dass ich eine allergische Reaktion hatte. Sie fand genau die richtige Medizin und gab sie mir. Sie fragte mich immer und immer wieder: "Kannst du atmen?" Worauf ich antwortete: "Ja, ich kann atmen, aber mein Körper juckt mich überall, sogar meine Handflächen." Ich schaute aus wie das Monster Frankenstein. Jeder Teil meines Körpers war geschwollen und man hätte glauben können, ich sei von hundert Bienen gestochen worden. Ich konnte kaum noch durch meine geschwollenen Augen sehen. Dann konnte ich plötzlich nicht mehr richtig atmen. Das was Nishtha gleich von Anfang an befürchtet hatte. Ich begann alles in Gelb zu sehen und wurde langsam ohnmächtig, während man versuchte mich ins Auto zu tragen, um mich in ein Krankenhaus zu bringen. In dem Augenblick, als ich ohnmächtig wurde, rief Sri Chinmoy in Annam Brahma an, dem Restaurant in dem Nishtha arbeitete, um zu fragen, was los sei. Shephali erzählte ihm alles.

Sri Chinmoys unglaubliche okkulte Kraft arbeitete auf so eine Weise, dass ich augenblicklich mein Bewusstsein wieder erlangte und mich so gut fühlte, als wäre nichts gewesen. Nach fünf Minuten erreichten wir die Notaufnahme des Krankenhauses. Durch Sri Chinmoys Kraft schaute ich so gesund aus, dass sie meinen Fall nicht ernst nahmen. Sie sagten, sie hätten dringendere Fälle als den meinen. In diesem Moment zog Sri Chinmoy wohl seine Kraft zurück, so dass sie mir ihre Aufmerksamkeit schenken mussten. Augenblicklich begann ich alles wieder gelb zu sehen, dann viele schwarze Flecken und endlich fiel ich ohnmächtig direkt in die Hände der Krankenschwester, so dass sie mir die lebensrettende Spritze geben mussten. Später hörte ich, dass, wenn Personen, die diese Art von Hyperallergie haben, gewöhnlich sterben, wenn es ihnen nicht gelingt innnerhalb von zehn Minuten bis maximal einer halben Stunde ein Krankenhaus zu erreichen, um die lebensrettenden Injektionen zu erhalten. In meinem Fall waren ungefähr fünfundvierzig Minuten vergangen, seit ich gestochen worden war, weil ich noch etwa zwanzig Minuten mit den Mädchen am Tennisplatz gesungen hatte. Dann hatte ich Nishthas Medizin ausprobiert, welche die richtige war, jedoch nicht stark genug. Am nächsten Tag war mein Geburtstag und es ging mir ausreichend gut, so dass ich auf den Tennisplatz gehen konnte, um Sri Chinmoy zu sehen. Ich fühlte mich wie neu geboren und hatte Tränen der Dankbarkeit, als ich mich in Sri Chinmoys segensreicher Gegenwart befand. Geheim und geistig hatte er mein Leben gerettet. Er sagte nur: "Was für ein Geburtstagsgeschenk!" Alle glaubten Sri Chinmoy scherzte: Es sei ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk, von so einer Biene gestochen zu werden und dann im Krankenhaus zu landen. Aber meine Seele und ich wussten, dass es Sri Chinmoys heiligstes Geburtstagsgeschenk war, in dieser kostbarsten von allen Inkarnationen, die mich zu meinem spirituellen Meister führte, mein Leben zu retten. -Gunthita Corda, Winterthur


Dienstag, 28. Juli 2009

Das Telefonat mit Sri Chinmoy

Vor vielen Jahren bekam ich von meinem Meister eine äußerst ungewöhnliche, recht schwierige Aufgabe – und obwohl sie sehr unangenehm war, muss ich eingestehen, dass ich selbst aufgezeigt und dem Meister mitgeteilt hatte, ich wäre der richtige Mann, um an dieser Sache zu arbeiten. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate arbeitete ich intensiv an dem Projekt. Leider lief irgendetwas falsch: Mein Bewusstsein fiel und fiel und fiel – es war schrecklich, aber ich konnte es nicht verhindern. Schließlich bemerkten sogar meine Freunde, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist, mein Gesicht hätte sich so verändert, sagten sie. Mit Sri Chinmoy hatte ich äußerlich all diese Zeit keinen Kontakt mehr. Eines Tages war der absolute Tiefpunkt erreicht. Waren meine Meditationen in den letzten Wochen ohnehin schon zur Farce geworden, so war ich nunmehr überhaupt nicht mehr in der Lage oder auch nur inspiriert zu meditieren, ich war überhaupt zu nichts mehr inspiriert, stellte alles in Frage und es schien zweifelhaft, ob ich den spirituellen Weg weitergehen würde. Gerade als ich diesen dunklen Gedanken nachhing läutete das Telefon und ein Mädchen teilte mir mit, dass Sri Chinmoy mit mir sprechen möchte. Zu anderen Zeiten hätte ich mein Leben gegeben, um mit meinem Meister telefonieren zu dürfen; welch unglaubliches, einzigartiges und ausgesprochen seltenes Privileg wäre dies gewesen! Ich zählte keineswegs zu jenen Schülern, die öfters mit solchen Anrufen rechnen durften! Doch jetzt war ich auf das äußerste alarmiert. "Nein, es ist gerade äußerst ungünstig!" rief ich verzweifelt, aber es war schon zu spät, schon war Sri Chinmoys Stimme zu hören. Er sprach nicht, sondern rief mit hoher Lautstärke in den Hörer "Good boy, do you still have faith in me?! Do you still have faith in me?! ... (Guter Junge, glaubst Du noch an mich?)

Einmal mehr musste ich erkennen, dass der Meister immer alles weiß, egal wie viele tausende Meilen er von seinen Schülern entfernt lebt; er braucht keine äußeren Informationen, um zu wissen, wie es um einen steht. Nach dem Telefonat loderte meine innere Strebsamkeit wieder hoch - ich war wie ausgewechselt. Der Meister hatte offensichtlich während des Gesprächs auf der inneren Ebene großzügig Öl in meine fast ausgelöschte Strebsamkeitsglut gegossen. - Dr. med. P. Arthada (Wien)

Mittwoch, 15. Juli 2009

Ein ganz besonderer Geburtstag

Wann immer es mir möglich war, versuchte ich meinen Geburtstag bei meinem spirituellen Meister Sri Chinmoy in New York zu verbringen. Etwa gegen neun Uhr morgens, am 21. November 2004, ging ich bei Sonnenschein zum sogenannten "Aspiration-Ground", einer parkähnlichen Anlage, in der jedes Jahr Meditationsschüler von Sri Chinmoy aus aller Welt zusammenkommen. Als ich dort eintraf, kam gleich einer der Wächter auf mich zu und fragte, ob ich nicht die Tonanlage auf dem bedienen könne, da von den anderen Tontechnikern keiner anwesend sei. Ich antwortete: "Welch eine Frage, natürlich, gibt es etwas Schöneres, als meinem Meister an diesem Ort dienen zu können?" Ich schwebte im siebten Himmel, kam recht schnell in einen wunderbaren meditativen Zustand und war sehr glücklich. Rund eine Stunde später traf dann auch Sri Chinmoy ein. Er setzte sich in seinen Stuhl und meditierte kurz auf alle Anwesenden. Danach las er etwas, telefonierte und gratulierte einigen langjährigen Schülern zu ihrem Geburtstag. Anschließend bat Sri Chinmoy darum, dass Prasad (gesegnete Nahrung) gebracht werden sollte. Mein Meister las die so genannte Prasadliste vor, auf der vermerkt war, was, von wem und weshalb als gesegnete Nahrung gespendet worden war. Plötzlich sagte er: "Werner, Geburtstag", um dann kurz inne zu halten. Danach fragte er mich: "Wie lange bist du schon auf diesem spirituellen Weg?" Ich befand mich etwa 30 Meter entfernt und schrie deshalb zurück: "15 Jahre, Guru." Aber Sri Chinmoy wiederholte seine Frage noch einmal: "Wie lange?" Und ich antwortete noch einmal: "15 Jahre, Guru." Daraufhin bat mich mein Meister noch vorne zu sich. Ich sprang unverzüglich auf und ging auf ihn zu. Mir kam in diesem Moment in den Sinn, dass Sri Chinmoy einmal gesagt hatte, dass, wollten wir wirklich etwas aus tiefster Seele heraus tun, wir drei tiefe Atemzüge machen sollten und uns dabei jene Qualität vorstellen, die wir einatmen möchten. So versuchte ich also mein "bestes Bewusstsein" einzuatmen.

Vorne angekommen lächelte mich Sri Chinmoy an und meditierte auf mich. Ich fühlte mich, als würde ich davon fliegen und in einer mit Glückseligkeit gefüllten Wanne landen. Anschließend fragte er mich, ob ich auch an der alljährlichen Weihnachtsreise teilnehmen würde, die er zusammen mit vielen Schülern, jedes Jahr in die fernsten Länder führte. Ich antwortete mit ja, woraufhin er eine kurze Pause machte. Dann sagte er etwas, was mich zutiefst bewegte: "Dort werde ich dir einen spirituellen Namen geben."

Mir standen die Tränen in den Augen. Mein Meister fragte mich noch: "Kennst Du Sumadhur?" (ein langjähriger, enger Schüler). "Ja, Guru", anwortete ich. "Wenn du auf unserer Weihnachtsreise bist, sage ihm, er solle mich daran erinnern, dir einen spirituellen Namen zu geben", sagte mir Sri Chinmoy abschließend, bevor er mir zu verstehen gab, dass ich auf meinen Platz zurück gehen soll. Ich drehte mich um und ging zurück zur Tonanlage. Mitten auf dem Rückweg hörte ich ihn über Lautsprecher sagen, "Vergiss nicht, dies Sumadhur zu sagen". Alle Anwesenden brachen in lautes Gelächter aus. Welch ein Geburtstag! Am 6. Januar 2005 erhielt ich dann meinen spirituellen Namen "Mohan", der übersetzt ungefähr bedeutet: Dienen und Strebsamkeit.

Samstag, 11. Juli 2009

Gott hört alle Gedanken, aber nur selten reagiert Er äußerlich

Als Kind liebte ich die Schwarz-Weiß-Filme von Don Camillo und Peppone. Don Camillo, der italienische Pfarrer, pflegte in seiner Kirche mit Jesus am Kreuz zu sprechen oder diesen wie eine reale lebende Person zu behandeln; so versteckte er zum Beispiel einen Stock, mit dem er jemanden verprügeln wollte, hinter seinem Rücken, als er durch seine Kirche eilte. Aber Gott ertappte ihn natürlich und sprach ihn als Jesus immer wieder mit seiner warmen, tiefen Stimme an…

Auch auf unserem Weg hatten wir manchmal ähnliche Erfahrungen. Sicher reagiert das Göttliche immer auf all unser Verhalten, üblicher Weise jedoch in mystischer und uns unerkenntlicher Weise. Manchmal aber sogar äußerlich...

Ein spiritueller Weggefährte von mir, der gleichzeitig mit mir Schüler von Sri Chinmoy geworden war, saß einmal zusammen mit vielen anderen Schülern am Tennis Court, einem Areal in New York, auf dem sich hunderte Schüler mit dem Meister trafen. Er durchlief gerade eine spirituelle Krise und hing so sehr seinen eigenen Gedanken nach, dass er gar nicht den Worten seines Meisters folgte, der schon einige Zeit lang mit gesenkter Stimme sprach. Irgendwann kam ihm schließlich der Gedanke in den Sinn, er könne den spirituellen Weg ohnehin jederzeit verlassen… In diesem Moment hörte er Sri Chinmoy aus dem Lautsprecher schreien: „Aber gebt nicht auf! Gebt nur nie auf! ...“ Mein Freund empfing die Botschaft und ist jetzt, 17 Jahre später, immer noch auf dem Weg.


Ein anderer guter Freund war in New York auf Besuch und saß gerade beim Frühstück, als er unerwartet zu Sri Chinmoy ins Haus gerufen wurde. Er hatte sehr salzig und scharf gefrühstückt, war aber noch nicht zum Trinken gekommen. So wurde er im Haus seines Meisters bald recht von Durst geplagt. Als wiederholt der Wunsch nach einem Getränk seine Gedanken durchkreuzte, winkte Sri Chinmoy eine dort anwesende Schülerin herbei und flüsterte ihr etwas zu. Kurz später brachte sie ein Tablett mit verschiedenen Getränken zu meinem Freund. Wenig später entwickelte sich zwischen Sri Chinmoy und dem Schüler ein Gespräch. Dabei tauchte für den Bruchteil einer Sekunde eine Frage im Kopf des Schülers auf, die rein weltliche Belange betraf. Er verwarf sofort den Gedanken, mit derlei unwichtigen Dingen wollte er den Meister nicht befassen. Aber im nächsten Augenblick sprach ihn der Meister schon auf exakt diese Angelegenheit an und gab ihm genaue Anweisungen.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich noch ein neuer Schüler war und bei einem meiner ersten Besuche in New York bei den alljährlichen „Celebrations“ - Feierlichkeiten zu Sri Chinmoys Geburtstag - teilnahm, kam in mir wiederholt der Gedanke auf, dass hier zu viel Tennis gespielt wurde, dass man hier zu viel Zeit Beschäftigungen nicht streng spiritueller Art widmete, wie Zirkusveranstaltung, sportlichen Veranstaltungen, Parade usw. Nach meinen damaligen, naiven Vorstellungen kam die stille Meditation zu kurz – ich hatte einfach gewisse Klischees im Kopf und der Weg entsprach nicht diesen - ich war eben spirituell noch völlig unreif. Das beschäftigte mich so lange, bis eines Tages Sri Chinmoy sagte: „Ich möchte nun etwas zu denjenigen sagen, die behaupten, hier würde nicht genug still meditiert…“ Nach seinen Erläuterungen war mein Kopf wieder klar.

In den frühen Jahren greift man als Sucher noch ein wenig nach den Sternen und ich hatte das unstillbare Verlangen, den Zustand des Samadhis zu erfahren, so wie er in den Büchern Sri Chinmoys beschrieben wird. Unglücklicher Weise wollte sich dieser Zustand trotz all meiner Bemühungen nicht einstellen. Ich war schon recht frustriert und empfand es als unschön, dass in den Büchern so eindrucksvoll beschrieben wird, was für herrliche Erfahrungen auf jeden von uns warten, dabei die Früchte der Meditation jedoch so hoch zu hängen schienen, dass man sie nie erreichen konnte. Nicht lange nachdem diese Gedanken immer wieder durch meinen Kopf gingen, befreite mich Sri Chinmoy von meinen Kümmernissen. Er sprach plötzlich ins Mikrophon: „Einige von euch sehnen ungeduldig die Erfahrung von Samadhi herbei, aber…“ und dann gab er einen wunderschönen „Talk“ über die verschiedenen Samadhis, die Sri Chinmoy in der Folge auch selbst hintereinander demonstrierte und er erklärte uns dann, dass diese Erfahrungen eben erst zu Gottes auserwählter Stunde kommen können. Geduld ist auch eine wichtige Tugend…

Ein anderes Mal viele Jahre später ging Sri Chinmoy sogar auf einen ganz und gar kindischen Gedanken in meinem Kopf ein. Sri Chinmoy hatte dem Meditationszentrum in Wien einen Besuch abgestattet. Er ging gerade das Stiegenhaus hinunter, um wieder zum Auto zu gelangen und ich folgte ihm unmittelbar. Da passierte er eine Stelle, wo alle Bilder entfernt worden waren. Zuvor hatte ich dort ein Bild aufgehängt, auf dem Sri Chinmoy in einem Zustand der Glückseligkeit der göttlichen Wonne abgelichtet war. Ich war für die Errichtung des Zentrums in dieser alten Fabrik verantwortlich gewesen und hatte meine ganze Energie da hinein gesteckt. Dieses lächelnde Bild sollte, das war meine Absicht, den Schülern wie ein Kompass zeigen, wohin es ginge, wenn man hier zum Meditationssaal hinaufging. Es war mir sehr wichtig. Umso mehr empörte es mich, als man dann das Bild gegen meinen Willen entfernt hatte. Daher dachte ich in diesem Moment: „Guru schau, sie haben mir mein Lieblingsbild, das lächelnde Bild, einfach weggenommen…“ Kaum war dieser unwichtige Gedanke fertig gedacht, als Sri Chinmoy, die Verkörperung der Anteilnahme und des Mitleides, stehen blieb und exakt auf die Stelle auf der weißen, neu ausgemalten Wand zeigte, wo ehemals das Bild gehangen ist, und sagte: „Hier muss ein lächelndes Bild aufgehängt werden, ich möchte hier ein lächelndes Bild!“ -Dr. med. P. Arthada, Wien

Mittwoch, 8. Juli 2009

Zwei Segnungen: Müdigkeit und Licht

Ich möchte zwei Erfahrungen mit euch teilen, die ich, zusammen mit Sri Chinmoy, in der „Welt“ des Ultra-Laufs gemacht habe. 1994 trat ich fast ohne Erfahrung in die Arena der Mehrtagesläufe ein, spürte aber einen diesbezüglichen inneren Drang, obgleich ich am Anfang auch so meine Zweifel hatte. So begab es sich also, dass ich mich auf Wards Island, einer Insel zwischen Queens und Manhattan, wiederfand, wie ich meine Runden drehte und versuchte, mich mit der Distanz anzufreunden und dem Druck, 700 Meilen (1126 km) hinter mich bringen zu müssen. Ich verlangte mir wirklich so einiges ab, mit eiserner Selbstdisziplin, ohne irgendwelche Entschuldigungen.

Eines Nachts kam Sri Chinmoy außergewöhnlich spät zur Laufstrecke. Es gab da dieses kleine, liebliche, blaue Häuschen, das schön dekoriert war und jetzt hell erleuchtet, was darauf hinwies, dass Sri Chinmoy anwesend war. Ich kroch fast zu diesem Zeitpunkt, hatte jedoch mein Tagessoll noch nicht erfüllt, ohne das ich nicht zu Bett gehen würde. Daher machte ich mich auf den Weg zu Sri Chinmoy, um etwas zusätzliche Energie zu erhalten, was normalerweise auch geschah. Nachdem ich Prasad (gesegnete Nahrung) genommen hatte, lief ich wieder weiter. Nach einer halben Runde wurde ich jedoch so müde, dass ich regelrecht kämpfen musste, um zu meinem Zelt zu gelangen. Auf diese Weise schickte Sri Chinmoy mich zu Bett, nachdem er meine große Ermüdung bemerkt hatte.

Bei meinem nächsten Mehrtageslauf, dem ersten 10-Tageslauf, machte ich eine vollkommen gegensätzliche Erfahrung. Nachdem Sri Chinmoy die Laufstrecke umkreist hatte, bemerkte ich ein gelbes Licht um meinen ganzen Körper herum, und das Licht wurde heller und heller und größer und größer, wenn mein Bewusstsein sich beruhigte und fokussierte und es wurde kleiner, wenn ich unruhig wurde. Mit diesem Licht um mich herum konnte ich jede gewünschte Geschwindigkeit laufen, mit dem inneren Vertrauen, mich nicht zu verletzen. Es war wie eine unerschöpfliche Quelle von Energie, Licht und Freude.

Bei meinem ersten Lauf half mir Sri Chinmoy also in den Schlaf, und bei bei meinem zweiten Rennen trug er mich davon.

- Smarana Puntigam, Wien