Donnerstag, 14. Mai 2009

Bedingungslose Gnade

Am Beginn meines spirituellen Lebens erlebte ich häufig wilde Berg- und Talfahrten. Es war mir recht schnell bewusst geworden, dass ich mich von allerlei weltlichen Vergnügungen trennen müsste, wenn ich den spirituellen Weg aufrichtig gehen wollte. Aber diese Trennung fiel mir dann schmerzhafter als anfangs erwartet. Sri Chinmoy sagt, das Kamel liebt den Geschmack des Kaktus und obwohl es bei dessen Verzehr am Maul blutet, frisst es den Kaktus immer wieder … . In meinem Leben gab es zumindest zwei große Kakteen, die mich erfolgreich vom spirituellen Leben abzuhalten drohten und es bedurfte schon einer starken, sehr gewaltigen Inspiration, einer kleinen Atombombe, um mir da anhaltend auf die Sprünge zu helfen. Aus grenzenlosem Mitleid heraus setzte Sri Chinmoy tatsächlich eine solche Bombe bei mir ein:

Als ich Sri Chinmoy im Sommer 1989 in Paris traf, war ich gerade ein frisch gebackener Schüler, voller Zweifel und vor allem aufgrund meines Lebenswandels als Schüler noch keineswegs „salonfähig“. Damals wusste ich auch noch nicht, dass Sport bzw. das Laufen in unserem Yoga eine Rolle spielte. Daher musste ich an dem von Sri Chinmoys Schülern in einem Park organisierten 10-km-Lauf barfuss in einer langen Hose teilnehmen, denn ich hatte nur alte Sandalen bei mir. Nach dem Rennen machten wir es uns auf einer Wiese gemütlich und saßen um Sri Chinmoy herum, der dort auf einem Klappsessel Platz genommen hatte. Etwas später konnte man Fotografien kaufen, die Sri Chinmoy persönlich überreichte. Da wurde ich von dem unwiderstehlichen Wunsch befallen, ganz nahe an Sri Chinmoy herantreten zu können und so suchte ich mir zwei Bilder aus, auf denen der Meister abgebildet war. Eines, wo er als Verkörperung der Liebe abgelichtet schien und süß lächelte und ein zweites, auf dem er in tiefer

Trance mit nach oben verdrehten Augen fotografiert worden war. Schließlich trat ich vom Wettlauf noch völlig verschwitzt und in der Stille Mantren wiederholend vor Sri Chinmoy. Dieser nahm das erste Bild in die Hand und blickte darauf. Im nächsten Augenblick begann sich mein Zeit- und Raumgefühl völlig zu verändern. Es ist nicht möglich die Erfahrung, die nun folgte zu beschreiben. Aber ich hatte noch nie etwas annähernd so Schönes, Erfüllendes und Erstaunliches erfahren und das, obwohl ich zumindest auf dem Gebiet der künstlichen Bewusstseinserweiterung über ein großes Spektrum an Erfahrungen verfügte. Wahrscheinlich war dies der Grund, warum mir Sri Chinmoy einen würzigeren Eindruck von dem vermitteln musste, was das spirituelle Leben bieten kann – sonst hätte ich wohl nicht den Sprung in das spirituelle Boot geschafft. Allerdings war ich längerfristig ein wenig enttäuscht, dass solche Erfahrungen nicht zum spirituellen Alltag gehören, wie ich in meiner Naivität ursprünglich noch geglaubt hatte.

Offen gestanden, ich habe seither nie mehr etwas Vergleichbares erlebt. Es war irgendwie, wie wenn der Meister und ich zu einer Art feinen, weißen Nebel wurden – der Rest der Welt hörte auf zu existieren. Und diese Nebel vereinigten sich, alles verschmolz, aber mit Nebel kann man das natürlich nicht beschreiben. Wie auch immer, diesen Frieden, diese Liebe, diese Aufgehobenheit hatte ich noch nie zuvor erfahren, ja ich hatte gar keine Ahnung, dass etwas in dieser Art und Intensität überhaupt existieren kann. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich für immer in diesem Zustand verblieben. Wie lange dieser Zustand währte, hatte ich keine Ahnung, weil in dieser Erfahrung die Zeit, wenn sie funktionierte, jedenfalls anders lief. Aber dann wurde ich mir und meiner Umgebung plötzlich wieder für einen Bruchteil einer Sekunde bewusst – es raschelte und intuitiv wusste ich, dass der Meister das zweite Bild in die Hand genommen hatte. Aber bevor ich mich wieder orientieren konnte und der Welt richtig gewahr wurde, veränderte sich auf einen Schlag wieder das Zeit- und Raumgefühl. Die äußere Welt löste sich wieder auf, eigentlich war es eher so, als würde ich zusammen mit Sri Chinmoy in unglaublicher Geschwindigkeit in den Himmel hinauf schießen und wir waren immer noch verschmolzen in dieser Art von weißen Substanz. Wie eine Rakete erhob sich unser Bewusstsein und die Menschenansammlung, die Welt hinter bzw. unter uns wurde in Sekundenschnelle kleiner, völlig unbedeutend und verschwand. Ich kann es leider nicht beschreiben, aber wir hatten jedenfalls keine Körper. Für mich war es eine gewaltige Erfahrung der Freiheit und die Welt unter mir existierte nicht mehr. Irgendwann hörte ich dann wieder ein Rascheln und wurde von einer Sekunde auf die andere auf die Erde, auf den Boden zurückgeholt. Das Rascheln entstand, als der Lehrer mir die beiden Fotos reichte und mich liebevoll anlächelte. Es war, als ob ich aus einem Traum, aus einer völlig anderen Welt erwachte. Als ich mich dann unmittelbar anschließend mit meinen beiden Bildern irgendwo ins Gras setzte, staunte ich, dass mich niemand verwundert angesehen hatte – aber was in mir vorgegangen war, das wussten natürlich ausschließlich der Sri Chinmoy und ich: Der Meister wusste es, weil natürlich er mir die spirituelle Rettungsspritze verabreicht hatte, ohne der das spirituelle Leben für mich wohl nicht genug Anreiz gehabt hätte. Waren die beiden Erfahrungen leise Vorahnungen, was der Meister auf den Bildern für ein Bewusstsein repräsentiert? Ich habe keine Ahnung.

Ich wollte dann von meinem Sitznachbarn wissen, wie lange ich etwa vor Sri Chinmoy gestanden sei und hätte mich nicht gewundert, wenn es geheißen hätte, eine Stunde. Als er mir verwundert mitteilte, das Ganze habe gerade ein paar Sekunden gedauert, war ich einmal mehr sprachlos.

Ich blieb für ungefähr drei Tage von so glühender Strebsamkeit und Sehnsucht erfüllt, dass ich so gut wie kein Wort sprach, zu nichtig schienen mir weltliche Worte nach dieser Begegnung mit meinem Meister... Leider konnte ich diesen Zustand nicht lange halten, er war einzigartig.

In meinem ganzen Leben - weder davor noch danach - überkam mich jemals auch nur annähernd ein solches Ausmaß an Dankbarkeit, wie in jenen Tagen in Paris. Ja selbst, als mir Sri Chinmoy in entscheidender Weise beistand, als ich viele Jahre später am Rande des Todes stand, konnte ich nicht mehr diese Tiefe der Dankbarkeit erreichen.

Bis zu dieser Erfahrung war ich im Grunde ein Atheist, auch wenn ich schon einige Jahre alleine meditiert hatte. Die Gnade Sri Chinmoys hat mich dann zwei für mein damaliges Leben entscheidende Dinge gelehrt: Erstens, dass man die unglaublichsten und erfüllendsten Erfahrungen auch oder genauer nur ohne Drogen erreichen kann und zweitens, dass gotttrunkene Yogis, die über übernatürlichen Kräfte verfügen, also Gottesmenschen, wie sie in den heiligen Schriften beschrieben werden, nicht nur vor 2000 Jahren oder in grauer Vergangenheit gelebt haben … .
-Dr. med. P. Arthada (Wien)

Sonntag, 10. Mai 2009

Lebensverlängerung

Vor 7 Jahren landete ich unerwarteter Weise mit sehr ernsten Herzproblemen im Spital und 10 Minuten vor der geplanten Notoperation wurde ich auf wundersame Weise geheilt. Sri Chinmoy (sihe Bild) war über mein Problem informiert worden und hatte mir ausrichten lassen, dass seine ganze Liebe mit mir sei. In den Minuten, in denen die Heilung passierte – ich war schon vom Anästhesisten untersucht und vorbereitet worden - hatte ich das gleiche Gefühl wie ich es gelegentlich erfuhr, wenn ich Sri Chinmoy in New York besuchte und er meditierte. Mein Verstand wurde sehr ruhig, ich tauchte ganz in den Moment ein und der Moment war erfüllt von der Liebe und Gegenwart meines Meisters. Seine Gegenwart im Krankenzimmer war während der Minuten um meine Heilung herum wirklich zum Greifen spürbar, alles war so verklärt. Als ich Sri Chinmoy, der sich während meiner gesundheitlichen Krise auf einem anderen Kontinent aufhielt, daraufhin das nächste Mal persönlich traf, teilte er mir mit, dass er in der inneren Welt eine Lähmungskraft gesehen hatte, die sich mir in großer Geschwindigkeit näherte. Sri Chinmoy war wohl informiert worden, dass ich mit einem akuten Herzleiden ins Krankenhaus eingeliefert worden war, aber dass ein Hirnschlag (mit der Möglichkeit von verschiedenen Lähmungen) die am meisten gefürchtete Komplikation dieses Leidens ist, hatte man ihm nicht mitgeteilt.

Vor einem Jahr wurde ich nun neuerdings mit ähnlicher Problematik im Spital aufgenommen, nur dass diesmal mein Herz nicht nur völlig arhythmisch schlug, sondern auch einem Geschwindigkeitsrausch zum Opfer fiel. Es stolperte für 30 Stunden in einer Geschwindigkeit dahin, als ob ich ständig sehr schnell laufen würde, dabei lag ich im Krankenhaus und war an Infusionen und medizinische Geräte gekettet. Wie bei der ersten Episode sprach keines der Medikamente an. Und wieder drohte mir ein Hirnschlag, das war das Beklemmende an der Geschichte. In diesem Zusammenhang musste ich ständig daran denken, dass Sri Chinmoy uns wiederholt wissen ließ, dass der Supreme (= der Höchste oder das Höchste - so nennt Sri Chinmoy Gott liebevoll) durch ihn, gelegentlich eine Lebensausdehnung schenkte. Sri Chinmoy sprach nur von einer "life-extension", nicht von einer "Extinction" (Auslöschung) des schlechten Karmas, was mir viel sympathischer gewesen wäre. So dachte ich mir, habe ich durch die Gnade des Supreme immerhin 6 wertvolle Jahre gewonnen und jetzt sei eben endgültig die Zeit gekommen, das Karma zu ernten.

Zu meiner enormen Überraschung rief mich dann Sri Chinmoy persönlich im Spital an und es folgte eine ganze Reihe weiterer Telefonate mit ihm, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Vielleicht war diese drastische äußere Intervention nötig, um in mir die erforderliche innere Empfänglichkeit zu erwecken. Seine Worte waren so übervoll von Liebe und Anteilnahme, dass ich sprachlos, ja völlig übermannt von Liebe und Dankbarkeit war. Ich dachte mir dann in aller Aufrichtigkeit, selbst wenn es jetzt mit mir aus sein sollte, hat sich die Krankheit doch hundert Mal ausgezahlt. Könnte es ein schöneres Ende geben?! Obwohl mein Telefon sehr oft läutete, ging ich dann nur mehr dran, wenn ein Anruf aus New York kam, denn ich wollte in empfänglichem, reinen Bewusstsein bleiben und mich durch nichts ablenken lassen. Meine Eltern hatte ich gar nicht erst von meinem Problem informiert, denn ihre Sorgen hätten alles nur noch schlimmer gemacht. Aufgrund meines Berufes hatte man mir ein Einzelzimmer gegeben, das ich zu einem Meditationsraum umfunktionierte. Wegen der bedrohlichen Situation, in der ich mich befand, waren meine Gebete aufrichtiger als sonst und Sri Chinmoy deutete mehrmals an, dass er mit meiner Strebsamkeit (im Spital) zufrieden sei – es war aber, wie gesagt, in meiner Lage nicht schwer, aufrichtig innerlich zu schreien. Bei einem späteren Telefonat teilte ich Sri Chinmoy mit, dass die Ärzte nun dringend zu einer Intervention im Operationssaal rieten und die Zeit, in der ein solcher Eingriff ohne des Risikos eines Hirnschlages versucht werden könne, innerhalb weniger Stunden abliefe. Als ich Sri Chinmoy fragte, was ich machen solle, erinnerte er mich schelmisch daran, dass ich ja schließlich der Arzt sei. Und so wollte er wissen, was ich für das Beste hielte. Vom medizinischen Standpunkt war klar, dass nach dem Versagen aller medikamentöser Therapien der Operationssaal die letzte Wahl war. Aber ich antwortete, "Guru, ich habe keine eigene Meinung; ich bin immer nur deiner Meinung." Es schien, als wäre Sri Chinmoy mit der Antwort zufrieden. "Lass dich nicht in den Operationssaal bringen", sagte der Meister und dann hörte ich nur mehr das Tüten im Hörer, Sri Chinmoy hatte aufgelegt. Ich täuschte dann starkes Erbrechen und Migräne vor, um den behandelnden Ärzten einen Grund zu geben, auf den notwendigen Eingriff zu verzichten – denn eine Narkose kam unter diesen Umständen nicht in Frage.

Rund 2 Stunden später hatte ich wieder dieses intensive Gefühl, das ich oben schon beschrieben habe. Ich war plötzlich so überglücklich, die Welt war so perfekt, die Menschen alle so unglaublich lieb und ich so dankbar; ich sah innerlich Sri Chinmoy förmlich vor mir stehen, den Ausdruck seiner etwas entrückten, liebvollen Augen spürte ich sehr lebendig – so intensiv fühlte ich seine Aura! Und dann geschah es ein zweites Mal: Ich war plötzlich wieder von einer Sekunde auf die andere geheilt. Sofort läutete ich die Glocke, um von den Infusionen und von den diversen Kabeln, an denen ich hing, befreit zu werden. Bevor noch ein Arzt ins Zimmer kam, läutete schon das Telefon und Sri Chinmoy rief ins Telefon: "Arthada, how do you feel?! …"

Als ich damals meinen letzten Anruf von Sri Chinmoy erhielt, war ich schon wieder zwei Tage daheim, und die Worte, die er da sprach, werde ich für immer in meinem Herzen bewahren. Ich solle mir, sagte er, eines merken: Sobald ich ihm ein Problem mitteilen würde, ist es nicht mehr mein Problem. Dann ist es sein Problem … - Dr. med. P. Arthada (Wien)

Montag, 4. Mai 2009

Sri Chinmoys längstes Lied

1945 schrieb Sri Chinmoy ein Gedicht, das er Sri Aurobindo widmete. Fünfzig Jahre später war er inspiriert, dieses Gedicht zu vertonen und es entstand sein längstes Lied (über 20 min). Ich hatte Gelegenheit, dabei zu sein, als Sri Chinmoy auf seinem "Aspiration-Ground" in Queens, New York im August 1998 meditierte, während seine Schüler das Lied vortrugen. Diese Meditation ist jetzt auf srichinmoy.tv zu sehen. Wie immer kann man dort das Video gleich streamen oder speichern, um es später in Ruhe anzuschauen oder auf seinen iPod zu spielen. - Kedar Misani

Samstag, 2. Mai 2009

Bücher und DVD's in neuem Verlag online

Das neue deutsche Versandhaus und Internetportal "Versand für Grenzwissenschaften" hat einen Grossteil der Bücher, CD's und DVD's des spirituellen Meisters Sri Chinmoy in sein Online-Programm aufgenommen. Die Farbe der Webseite kann übrigens vom Besucher selbst gewählt werden; ich habe mal blau gewählt. Weitere Links zur Information und Inspiration: Golden Shore Verlag, Nürnberg und der Blog mit einer Uebersicht aller 100 produzierten DVD's von Sri Chinmoy. -Kedar Misani




Das ist ein Teil der 30 DVD-Titel von Sri Chinmoy, die jetzt im neuen Versandhaus online angeboten werden.