Am Beginn meines spirituellen Lebens erlebte ich häufig wilde Berg- und Talfahrten. Es war mir recht schnell bewusst geworden, dass ich mich von allerlei weltlichen Vergnügungen trennen müsste, wenn ich den spirituellen Weg aufrichtig gehen wollte. Aber diese Trennung fiel mir dann schmerzhafter als anfangs erwartet. Sri Chinmoy sagt, das Kamel liebt den Geschmack des Kaktus und obwohl es bei dessen Verzehr am Maul blutet, frisst es den Kaktus immer wieder … . In meinem Leben gab es zumindest zwei große Kakteen, die mich erfolgreich vom spirituellen Leben abzuhalten drohten und es bedurfte schon einer starken, sehr gewaltigen Inspiration, einer kleinen Atombombe, um mir da anhaltend auf die Sprünge zu helfen. Aus grenzenlosem Mitleid heraus setzte Sri Chinmoy tatsächlich eine solche Bombe bei mir ein:
Trance mit nach oben verdrehten Augen fotografiert worden war. Schließlich trat ich vom Wettlauf noch völlig verschwitzt und in der Stille Mantren wiederholend vor Sri Chinmoy. Dieser nahm das erste Bild in die Hand und blickte darauf. Im nächsten Augenblick begann sich mein Zeit- und Raumgefühl völlig zu verändern. Es ist nicht möglich die Erfahrung, die nun folgte zu beschreiben. Aber ich hatte noch nie etwas annähernd so Schönes, Erfüllendes und Erstaunliches erfahren und das, obwohl ich zumindest auf dem Gebiet der künstlichen Bewusstseinserweiterung über ein großes Spektrum an Erfahrungen verfügte. Wahrscheinlich war dies der Grund, warum mir Sri Chinmoy einen würzigeren Eindruck von dem vermitteln musste, was das spirituelle Leben bieten kann – sonst hätte ich wohl nicht den Sprung in das spirituelle Boot geschafft. Allerdings war ich längerfristig ein wenig enttäuscht, dass solche Erfahrungen nicht zum spirituellen Alltag gehören, wie ich in meiner Naivität ursprünglich noch geglaubt hatte.
Offen gestanden, ich habe seither nie mehr etwas Vergleichbares erlebt. Es war irgendwie, wie wenn der Meister und ich zu einer Art feinen, weißen Nebel wurden – der Rest der Welt hörte auf zu existieren. Und diese Nebel vereinigten sich, alles verschmolz, aber mit Nebel kann man das natürlich nicht beschreiben. Wie auch immer, diesen Frieden, diese Liebe, diese Aufgehobenheit hatte ich noch nie zuvor erfahren, ja ich hatte gar keine Ahnung, dass etwas in dieser Art und Intensität überhaupt existieren kann. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich für immer in diesem Zustand verblieben. Wie lange dieser Zustand währte, hatte ich keine Ahnung, weil in dieser Erfahrung die Zeit, wenn sie funktionierte, jedenfalls anders lief. Aber dann wurde ich mir und meiner Umgebung plötzlich wieder für einen Bruchteil einer Sekunde bewusst – es raschelte und intuitiv wusste ich, dass der Meister das zweite Bild in die Hand genommen hatte. Aber bevor ich mich wieder orientieren konnte und der Welt richtig gewahr wurde, veränderte sich auf einen Schlag wieder das Zeit- und Raumgefühl. Die äußere Welt löste sich wieder auf, eigentlich war es eher so, als würde ich zusammen mit Sri Chinmoy in unglaublicher Geschwindigkeit in den Himmel hinauf schießen und wir waren immer noch verschmolzen in dieser Art von weißen Substanz. Wie eine Rakete erhob sich unser Bewusstsein und die Menschenansammlung, die Welt hinter bzw. unter uns wurde in Sekundenschnelle kleiner, völlig unbedeutend und verschwand. Ich kann es leider nicht beschreiben, aber wir hatten jedenfalls keine Körper. Für mich war es eine gewaltige Erfahrung der Freiheit und die Welt unter mir existierte nicht mehr. Irgendwann hörte ich dann wieder ein Rascheln und wurde von einer Sekunde auf die andere auf die Erde, auf den Boden zurückgeholt. Das Rascheln entstand, als der Lehrer mir die beiden Fotos reichte und mich liebevoll anlächelte. Es war, als ob ich aus einem Traum, aus einer völlig anderen Welt erwachte. Als ich mich dann unmittelbar anschließend mit meinen beiden Bildern irgendwo ins Gras setzte, staunte ich, dass mich niemand verwundert angesehen hatte – aber was in mir vorgegangen war, das wussten natürlich ausschließlich der Sri Chinmoy und ich: Der Meister wusste es, weil natürlich er mir die spirituelle Rettungsspritze verabreicht hatte, ohne der das spirituelle Leben für mich wohl nicht genug Anreiz gehabt hätte. Waren die beiden Erfahrungen leise Vorahnungen, was der Meister auf den Bildern für ein Bewusstsein repräsentiert? Ich habe keine Ahnung.
Ich wollte dann von meinem Sitznachbarn wissen, wie lange ich etwa vor Sri Chinmoy gestanden sei und hätte mich nicht gewundert, wenn es geheißen hätte, eine Stunde. Als er mir verwundert mitteilte, das Ganze habe gerade ein paar Sekunden gedauert, war ich einmal mehr sprachlos.
Ich blieb für ungefähr drei Tage von so glühender Strebsamkeit und Sehnsucht erfüllt, dass ich so gut wie kein Wort sprach, zu nichtig schienen mir weltliche Worte nach dieser Begegnung mit meinem Meister... Leider konnte ich diesen Zustand nicht lange halten, er war einzigartig.
In meinem ganzen Leben - weder davor noch danach - überkam mich jemals auch nur annähernd ein solches Ausmaß an Dankbarkeit, wie in jenen Tagen in Paris. Ja selbst, als mir Sri Chinmoy in entscheidender Weise beistand, als ich viele Jahre später am Rande des Todes stand, konnte ich nicht mehr diese Tiefe der Dankbarkeit erreichen.
Bis zu dieser Erfahrung war ich im Grunde ein Atheist, auch wenn ich schon einige Jahre alleine meditiert hatte. Die Gnade Sri Chinmoys hat mich dann zwei für mein damaliges Leben entscheidende Dinge gelehrt: Erstens, dass man die unglaublichsten und erfüllendsten Erfahrungen auch oder genauer nur ohne Drogen erreichen kann und zweitens, dass gotttrunkene Yogis, die über übernatürlichen Kräfte verfügen, also Gottesmenschen, wie sie in den heiligen Schriften beschrieben werden, nicht nur vor 2000 Jahren oder in grauer Vergangenheit gelebt haben … .
-Dr. med. P. Arthada (Wien)
Als ich Sri Chinmoy im Sommer 1989 in Paris traf, war ich gerade ein frisch gebackener Schüler, voller Zweifel und vor allem aufgrund meines Lebenswandels als Schüler noch keineswegs „salonfähig“. Damals wusste ich auch noch nicht, dass Sport bzw. das Laufen in unserem Yoga eine Rolle spielte. Daher musste ich an dem von Sri Chinmoys Schülern in einem Park organisierten 10-km-Lauf barfuss in einer langen Hose teilnehmen, denn ich hatte nur alte Sandalen bei mir. Nach dem Rennen machten wir es uns auf einer Wiese gemütlich und saßen um Sri Chinmoy herum, der dort auf einem Klappsessel Platz genommen hatte. Etwas später konnte man Fotografien kaufen, die Sri Chinmoy persönlich überreichte. Da wurde ich von dem unwiderstehlichen Wunsch befallen, ganz nahe an Sri Chinmoy herantreten zu können und so suchte ich mir zwei Bilder aus, auf denen der Meister abgebildet war. Eines, wo er als Verkörperung der Liebe abgelichtet schien und süß lächelte und ein zweites, auf dem er in tiefer
Trance mit nach oben verdrehten Augen fotografiert worden war. Schließlich trat ich vom Wettlauf noch völlig verschwitzt und in der Stille Mantren wiederholend vor Sri Chinmoy. Dieser nahm das erste Bild in die Hand und blickte darauf. Im nächsten Augenblick begann sich mein Zeit- und Raumgefühl völlig zu verändern. Es ist nicht möglich die Erfahrung, die nun folgte zu beschreiben. Aber ich hatte noch nie etwas annähernd so Schönes, Erfüllendes und Erstaunliches erfahren und das, obwohl ich zumindest auf dem Gebiet der künstlichen Bewusstseinserweiterung über ein großes Spektrum an Erfahrungen verfügte. Wahrscheinlich war dies der Grund, warum mir Sri Chinmoy einen würzigeren Eindruck von dem vermitteln musste, was das spirituelle Leben bieten kann – sonst hätte ich wohl nicht den Sprung in das spirituelle Boot geschafft. Allerdings war ich längerfristig ein wenig enttäuscht, dass solche Erfahrungen nicht zum spirituellen Alltag gehören, wie ich in meiner Naivität ursprünglich noch geglaubt hatte.Offen gestanden, ich habe seither nie mehr etwas Vergleichbares erlebt. Es war irgendwie, wie wenn der Meister und ich zu einer Art feinen, weißen Nebel wurden – der Rest der Welt hörte auf zu existieren. Und diese Nebel vereinigten sich, alles verschmolz, aber mit Nebel kann man das natürlich nicht beschreiben. Wie auch immer, diesen Frieden, diese Liebe, diese Aufgehobenheit hatte ich noch nie zuvor erfahren, ja ich hatte gar keine Ahnung, dass etwas in dieser Art und Intensität überhaupt existieren kann. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich für immer in diesem Zustand verblieben. Wie lange dieser Zustand währte, hatte ich keine Ahnung, weil in dieser Erfahrung die Zeit, wenn sie funktionierte, jedenfalls anders lief. Aber dann wurde ich mir und meiner Umgebung plötzlich wieder für einen Bruchteil einer Sekunde bewusst – es raschelte und intuitiv wusste ich, dass der Meister das zweite Bild in die Hand genommen hatte. Aber bevor ich mich wieder orientieren konnte und der Welt richtig gewahr wurde, veränderte sich auf einen Schlag wieder das Zeit- und Raumgefühl. Die äußere Welt löste sich wieder auf, eigentlich war es eher so, als würde ich zusammen mit Sri Chinmoy in unglaublicher Geschwindigkeit in den Himmel hinauf schießen und wir waren immer noch verschmolzen in dieser Art von weißen Substanz. Wie eine Rakete erhob sich unser Bewusstsein und die Menschenansammlung, die Welt hinter bzw. unter uns wurde in Sekundenschnelle kleiner, völlig unbedeutend und verschwand. Ich kann es leider nicht beschreiben, aber wir hatten jedenfalls keine Körper. Für mich war es eine gewaltige Erfahrung der Freiheit und die Welt unter mir existierte nicht mehr. Irgendwann hörte ich dann wieder ein Rascheln und wurde von einer Sekunde auf die andere auf die Erde, auf den Boden zurückgeholt. Das Rascheln entstand, als der Lehrer mir die beiden Fotos reichte und mich liebevoll anlächelte. Es war, als ob ich aus einem Traum, aus einer völlig anderen Welt erwachte. Als ich mich dann unmittelbar anschließend mit meinen beiden Bildern irgendwo ins Gras setzte, staunte ich, dass mich niemand verwundert angesehen hatte – aber was in mir vorgegangen war, das wussten natürlich ausschließlich der Sri Chinmoy und ich: Der Meister wusste es, weil natürlich er mir die spirituelle Rettungsspritze verabreicht hatte, ohne der das spirituelle Leben für mich wohl nicht genug Anreiz gehabt hätte. Waren die beiden Erfahrungen leise Vorahnungen, was der Meister auf den Bildern für ein Bewusstsein repräsentiert? Ich habe keine Ahnung.
Ich wollte dann von meinem Sitznachbarn wissen, wie lange ich etwa vor Sri Chinmoy gestanden sei und hätte mich nicht gewundert, wenn es geheißen hätte, eine Stunde. Als er mir verwundert mitteilte, das Ganze habe gerade ein paar Sekunden gedauert, war ich einmal mehr sprachlos.
Ich blieb für ungefähr drei Tage von so glühender Strebsamkeit und Sehnsucht erfüllt, dass ich so gut wie kein Wort sprach, zu nichtig schienen mir weltliche Worte nach dieser Begegnung mit meinem Meister... Leider konnte ich diesen Zustand nicht lange halten, er war einzigartig.
In meinem ganzen Leben - weder davor noch danach - überkam mich jemals auch nur annähernd ein solches Ausmaß an Dankbarkeit, wie in jenen Tagen in Paris. Ja selbst, als mir Sri Chinmoy in entscheidender Weise beistand, als ich viele Jahre später am Rande des Todes stand, konnte ich nicht mehr diese Tiefe der Dankbarkeit erreichen.
Bis zu dieser Erfahrung war ich im Grunde ein Atheist, auch wenn ich schon einige Jahre alleine meditiert hatte. Die Gnade Sri Chinmoys hat mich dann zwei für mein damaliges Leben entscheidende Dinge gelehrt: Erstens, dass man die unglaublichsten und erfüllendsten Erfahrungen auch oder genauer nur ohne Drogen erreichen kann und zweitens, dass gotttrunkene Yogis, die über übernatürlichen Kräfte verfügen, also Gottesmenschen, wie sie in den heiligen Schriften beschrieben werden, nicht nur vor 2000 Jahren oder in grauer Vergangenheit gelebt haben … .
-Dr. med. P. Arthada (Wien)




